Pzwei. Blog.

100 Tage Pzwei. Pres­se­ar­beit

Oder: Wie ich lernte die Stille zu besiegen

Ganz genau vor 100 Tagen, am 1. Februar, öffneten sich die Pzwei.-Bürotüren für mich. Da meinte der Chef vor kurzem, das wäre doch ein Anlass, um darüber einen kleinen Blog zu schreiben. Die Kollegin meinte: „Das machen Politikjournalisten auch ganz oft. 100 Tage nach Amtsantritt von soundso gibt es dann eine kurze Zusammenfassung, was derjenige bis dahin so gemacht hat.“ Na gut, dann mach ich das auch.

Kurze Rückblende auf Februar 2015: Ich lebte in Graz, arbeitete noch für die Grazer Spielstätten, war dort für Veranstaltungen und Pressearbeit zuständig und freute mich auf die nahende Bildungskarenz, in der ich mein kulturwissenschaftliches Wissen via Fernstudium vertiefen würde.

Was dazwischen geschah: übermäßige Sehnsucht nach der Heimat, Rückkehr ins Ländle, Jobsuche und Zusage von Pzwei. Ein bisschen mehr ist in einem Jahr schon passiert, aber das sind die wichtigsten Fakten.

Zurück zum 1. Februar, nach fünfzehn Jahren fort von zu Hause war ich also hier angekommen, um zum ersten Mal als „Erwachsene“ sagen zu können: lebt und arbeitet in Vorarlberg. Eine ziemliche Veränderung in allen Bereichen. Kein Wunder, dass eine leichte aber positive Grund-Nervosität Begleiterin der ersten Arbeitstage war.

Frauen, Stille und Selbstgespräche
Ich hatte bisher mit fünfzehn gestandenen Männern zusammengearbeitet. Die hohe Frauenquote bei Pzwei – 5 Frauen und ein Chef – war für mich eine ungewohnte Tatsache. Die Ladies zeigten mir aber schnell, Professionalität, Kollegialität und „die“ Humor sind weibliche Begriffe.

Und zusätzlich muss auch noch mit einem Vorurteil aufgeräumt werden. Wer glaubt, es müsse in einem Büro mit einem derart hohen Frauenanteil ständig geschnattert und getratscht werden, der irrt. Hier wird konzentriert gearbeitet! Daraus entsteht aber oft eine gewaltige Stille, die für mich –ich gehöre zu den Menschen, die eine Dauerbeschallung sehr mögen – etwas  Beunruhigendes hat.

Die Lösung war schnell gefunden. Selbstgespräche erzeugen Geräusche und sorgen für Unterhaltung, auch in den angrenzenden Büros. 😉 Eine Notlösung, die genutzt wird, bis ich ein neues Büro-Vis-á-Vis habe.

Und dann war da noch die Arbeit, oder nicht?
Das Wort Arbeit mag ich nicht. Die Tätigkeit bei Pzwei. Pressearbeit würde ich deshalb als berufgewordene Vielfalt bezeichnen. Klingt ein wenig hochtrabend. Jo eh! Aber wenn das Hochgetrabe ehrlich gemeint ist, dann ist das in Ordnung.

Die Zusammenarbeit mit den Kunden bereitet mir extreme Freude. Kulturelle Einrichtungen mit meinem Know-how und meinen Texten dabei zu unterstützen, in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen zu werden, das ist salopp gesagt: eine ziemlich coole und abwechslungsreiche Sache.

Außerdem wird noch „gefacebookt, gebloggt, genewslettert, gemedienbeobachtet, gemarketingt“ und geholfen, wo gerade Not am Mann äh … an der Frau ist.

Das Resümee
Also, auch wenn die Überschrift „100 Tage Pzwei. Pressearbeit“ an Pier Paolo Pasolinis Film „Die 120 Tage von Sodom“ erinnert, ich kann alle beruhigen: Das Resümee meiner ersten hundert Tage ist von Sodom & Gomorrha ein gutes Stück entfernt. Die Arbeit – ja, manchmal muss man dieses böse Wort verwenden – macht Spaß, die Kolleginnen sind spitze, die Zusammenarbeit mit den Kunden ist konstruktiv und bereichernd. Ich komme jeden Tag gerne ins Büro. Man würde wohl sagen: Ich bin angekommen.

Und das sage ich ganz laut vor mich hin, damit die Stille im Büro wieder einmal durchbrochen wird.

Pzwei.Blog Pzwei.Blog