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AMooRe: Wie wir die Liebe zu Öster­reichs Mooren entfachen

Wir bekennen hiermit öffent­lich: Es gibt da eine neue Liebe in unserem Arbeits­leben. Das LIFE-Projekt AMooRe ist es, an dem wir in den ver­gan­genen Monaten mit viel Herz­blut gear­beitet haben. Die Frage: Wie gelingt es, die Liebe zu Öster­reichs Mooren zu ent­fa­chen? Gemeinsam mit Rosinak & Partner haben wir für das BMLUK IV/6 Hochwasserrisikomanagement ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept für das inte­grierte LIFE Pro­jekt AMooRe – Aus­trian Moor Restau­ra­tion erstellt. Die ersten Umset­zungs­schritte zeigen: Die Liebe zu AMooRe wächst.

Fohr­a­moos © Anja Fon­tain — Vor­arl­berg Tourismus

Ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept für ein öster­reich­weites Moor Pro­jekt mit 10 Jahren Lauf­zeit? So eine Ein­la­dung bekommen auch wir nicht alle Tage. Im August 2024 hat uns das Wiener Büro Rosinak & Partner ein­ge­laden, gemeinsam dem BMLUK die Erstel­lung des Kommunikations- und Sen­si­bi­li­sie­rungs­kon­zept für das Pro­jekt LIFE AMooRe anzubieten.

Vor­aus­ge­gangen war die Publi­ka­tion der Moorstrategie Österreich 2030+ Anfang 2022. Sie ist die Grund­lage für das LIFE-Pro­jekt Aus­trian Moor Res­to­ra­tion – kurz: AMooRe. AMooRe ist das bisher größte Pro­jekt zum Schutz von Mooren in Öster­reich und soll die Umset­zung der Moor­stra­tegie sicher­stellen. Das Pro­jekt steht für eine breite Akzep­tanz im Moor­schutz durch die Betei­li­gung des Minis­te­riums, aller Bun­des­länder und zweier Uni­ver­si­täten (Wien und Kiel).

Das Moor
Ziel ist es, bis 2050 die ver­blie­benen Moore in Öster­reich (die über 90 Pro­zent der ursprüng­li­chen Fläche ver­loren haben) zu sichern und – wo mög­lich – ihre ein­zig­ar­tigen Funk­tionen als Koh­len­stoff­senke, Was­ser­spei­cher und Biotop wieder her­zu­stellen. Dazu müssen Moore nass bleiben oder wieder vernässt werden.

Die Zusam­men­ar­beit
Wolf­gang Pfef­fer­korn und Laurin Mayer-Frank arbei­teten bei Rosinak & Partner intensiv am Sen­si­bi­li­sie­rungs­kon­zept. Dabei stehen jene Stakeholder:innen im Mit­tel­punkt, die unmit­telbar mit dem Moor­schutz zu tun haben: Behörden, Grundeigentümer:innen, Bewirtschafter:innen, NGOs und viele mehr. Das Pzwei-Team mit Daniela Kaulfus und Werner Sommer ergänzte durch das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept vor allem die Medi­en­ar­beit und Social-Media, um den Sektor Tou­rismus und die breite Bevöl­ke­rung zu erreichen.

Dank der guten Abstim­mung mit Rosinak & Partner konnten Sensibilisierungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept par­allel ent­stehen und wurden anschlie­ßend zusam­men­ge­führt. An wesent­li­chen Punkten wurde das AMooRe-Kernteam vir­tuell kon­sul­tiert und die Inhalte akkordiert.

Die Ana­lyse
Für die 40 Seiten starke Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ana­lyse hat Pzwei unter anderem 335 Medi­en­be­richte der Jahre 2022 bis 2024 aus­ge­wertet, um die ver­öf­fent­lichte Mei­nung über Moore in Form von Akteur:innen, Themen und Schau­plätzen zu erheben. Fazit: Moore haben ein gutes Image, sind aller­dings durch ihre viel­fäl­tige Nut­zung, wie Torf­abbau oder der Rea­li­sie­rung anderer Vor­haben auf der Fläche, stark unter Druck.

Das Kon­zept
Auf Basis ein­ge­hender Ana­lysen und des Pro­jekt­an­trags haben wir mit dem Kern­team vier Ziele ope­ra­tio­na­li­siert: Bewusst­sein bilden, Erfolge kom­mu­ni­zieren, Unter­stüt­zung gewinnen und Brü­cken bauen.

Für sechs Dia­log­gruppen wurden ins­ge­samt 29 Maß­nahmen aus­ge­ar­beitet. Dabei ging es etwa darum, die Social-Media-Reichweite der Projektpartner:innen (über eine Mil­lion Fol­lower auf den ver­schie­denen Platt­formen) optimal zu nutzen, die Medien mit Infos zu ver­sorgen, Tes­ti­mo­nials („Moorbotschafter:innen“) zu gewinnen und durch Gami­fi­zie­rung die Jüngsten ins Boot zu holen. Ein Zeit- und Bud­get­plan runden das Kon­zept ab. Beson­ders her­aus­for­dernd: Die große Anzahl an Pro­jekt­be­tei­ligten sowie die begrenzten Ressourcen.

Der beschrie­bene Pro­zess wurde Ende Februar 2025 in einem 90-seitigen „Living Docu­ment“ abge­bildet, in dem die Sen­si­bi­li­sie­rung für und die Kom­mu­ni­ka­tion von AMooRe so beschrieben sind, dass Profi-Moorschützer:innen damit arbeiten können.

Die Umset­zung
Mitt­ler­weile ist die erste Moor-Plattform erfolg­reich über die Bühne gegangen und der LinkedIn-Kanal sowie die Social-Media-Kanäle der Was­ser­in­for­ma­ti­ons­platt­formen wasseraktiv ver­sorgen die wach­sende Com­mu­nity mit aktu­ellen Infor­ma­tionen rundum AMooRe. Wir haben viel gelernt und nicht nur die Moore, son­dern auch ihre Schützer:innen sowie unsere Wiener Partner sind uns ans Herz gewachsen. Wir wün­schen dem AMooRe-Team viel Erfolg. Möge es gelingen, den wert­vollen Mooren jenen Stel­len­wert zu ver­leihen, der ihnen gebührt!