Wien bleibt anders

Bündnis Wiener Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen befürchtet harte Ein­schnitte im Sozialbereich

„Wien bleibt anders“ will Dialog mit Stadt­ver­ant­wort­li­chen suchen

Wien, 9. Sep­tember 2026 – Wiener Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen sind wegen dro­hender harter Ein­schnitte im Sozi­al­be­reich alar­miert: Das Bündnis „Wien bleibt anders“ ersucht die Stadt­re­gie­rung in einem Brief drin­gend um Gespräche, „um die Qua­lität des sozialen Netzes in unserer Stadt auf einem hohen Niveau zu erhalten“. Das Bündnis ver­tritt rund 80 Orga­ni­sa­tionen aus den Berei­chen Behin­der­ten­hilfe, Flücht­lings­hilfe, Kinder- und Jugend­hilfe und Woh­nungs­lo­sen­hilfe. Der Fonds Soziales Wien hatte gegen­über Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen dras­ti­sche Ein­spa­rungen angekündigt. 

Bereits Anfang 2026 hatte die Stadt Wien einige Pro­jekte und Bera­tungs­stellen geschlossen. Die Kür­zungen bei der Wiener Min­dest­si­che­rung bringen für viele Men­schen deut­liche Ein­kom­mens­ein­bußen bei stei­genden Wohn- und Lebens­er­hal­tungs­kosten. För­de­rungen für Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen wurden im Durch­schnitt deut­lich unter der Infla­ti­ons­rate erhöht. Aus­ge­nommen waren nur die Ein­rich­tungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Für das kom­mende Jahr erwarten die Orga­ni­sa­tionen Kos­ten­stei­ge­rungen durch Kol­lek­tiv­ver­trag und Infla­tion in Höhe von rund drei Pro­zent. Dem stehen die geplanten dras­ti­schen Ein­spa­rungen gegen­über. Auch für die Fol­ge­jahre sind Kür­zungen bereits angekündigt.

Soziale Sicher­heit gefährdet
Die Orga­ni­sa­tionen des Bünd­nisses sehen Aus­wir­kungen auf die Lebens­qua­lität aller in Wien lebender Men­schen, beson­ders natür­lich auf jene, die Unter­stüt­zung benö­tigen: „Ihre Ver­sor­gung ist durch die bereits erfolgten und noch mehr durch die ange­kün­digten Bud­get­kür­zungen immer öfter infrage gestellt“, heißt es im Brief, der bereits Anfang Juli an Bür­ger­meister Michael Ludwig, die Vize­bür­ger­meis­te­rinnen Bar­bara Novak und Bet­tina Emmer­ling sowie Sozial- und Gesund­heits­stadtrat Peter Hacker ging.

Die Qua­lität bestehender Leis­tungen sei gefährdet, die Umset­zung wich­tiger neuer Pro­jekte nicht mehr gesi­chert. Bei der Betreuung von Kin­dern und Jugend­li­chen drohe die Über­las­tung zen­traler Ein­rich­tungen wie Kri­sen­zen­tren und Qua­li­täts­ver­lust im Kinderschutz.

Viele Orga­ni­sa­tionen arbei­teten „schon jetzt am Limit und ver­fügen in der Regel über keine nen­nens­werten Reserven oder Rück­lagen, mit denen sie Kür­zungen in dieser Dimen­sion abfe­dern können“, schreiben die Vertreter:innen von Dach­ver­bänden und Inter­es­sen­ver­tre­tungen im Namen von 80 Mitgliedsorganisationen.

Reformen im Dialog
In dem Schreiben Anfang Juli ersuchten die Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen „um rasche Auf­nahme von Gesprä­chen“. Sie seien ange­sichts der schwie­rigen Bud­get­lage zu einem kon­struk­tiven Dialog bereit, um die Aus­wir­kungen für die Betrof­fenen, die Mitarbeiter:innen der Orga­ni­sa­tionen und für die ganze Stadt so gering wie mög­lich zu halten.

Stadtrat Peter Hacker ver­wies in seiner Ant­wort ledig­lich auf die bereits lau­fenden Gespräche zwi­schen dem Fonds Soziales Wien und dem Dach­ver­band der Wiener Sozi­al­or­ga­ni­sa­tionen. Dort aller­dings gibt es bisher es keine inhalt­li­chen Gespräche, obwohl die kon­kreten Maß­nahmen bereits mit der Stadt abge­stimmt werden.

Qua­lität des sozialen Wien erhalten
„Wien ist eine Stadt mit hoher Lebens­qua­lität, mit her­vor­ra­genden öffent­li­chen Dienst­leis­tungen und mit einem dichten sozialen Netz“, betont der Spre­cher des Bünd­nisses „Wien bleibt anders“, Robert Mit­ter­mair. „Wir möchten die Qua­lität dieses sozialen Netzes erhalten. Dazu braucht es aber dring­lich echte Gespräche, um die Aus­wir­kungen für die betrof­fenen Men­schen so gering wie mög­lich zu halten.“

 

Über das Bündnis „Wien bleibt anders“

„Wien bleibt anders“ ist ein Bündnis von Dachverbänden und Interessensvertretungen der Wiener Sozialorganisationen. Mitglieder sind die IVS Wien - Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderungen, die Organisationen der Wiener Flüchtlingshilfe, der Dachverband Wiener Kinder- und Jugendhilfeträger, der Verband Wiener Wohnungslosenhilfe und die Plattform Zukunft Psychiatrie. Sie vertreten insgesamt rund 80 Sozialorganisationen in Wien.

Das Bündnis setzt sich dafür ein, die Qualität des sozialen Netzes in Wien zu erhalten - trotz massiven Spardrucks der Stadt Wien. Die Menschen in der Stadt Wien konnten sich bisher auf das soziale Netz verlassen. “Wien bleibt anders” setzt sich dafür ein, dass das auch in Zukunft so ist.

 Information: www.wienbleibtanders.at

 

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Bündnis „Wien bleibt anders“, Robert Mit­ter­mair, Telefon +43 (664) 60141410, Mail robert.mittermair@lok.at
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