Pzwei. Blog.

Der Duden kennt kein Binnen-I!“

Wir haben es versprochen und wir halten das Versprechen unseres Gender-Blogbeitrags am Weltfrauentag, das da hieß: „Einen Monat lang prüfen wir jeden unserer Texte auf geschlechterneutrale Formulierungen“. Gut, wir räumen ein, dass nun zwei Monate ins Land gezogen sind, aber für gute und reflektierte Ergebnisse darf die Zeit ausnahmsweise keine Rolle spielen.

Tatsächlich haben wir hitzige Diskussionen geführt und werden es auch wieder tun aber erste Erkenntnisse, Erfahrungen und nicht zuletzt ein kleines aber feines internes Manifest, das wir kreiert haben, können wir an dieser Stelle präsentieren.

Um ein paar Erkenntnisse reicher
1. Wir sind GebrauchstexterInnen und somit dem amtlichen Regelwerk verpflichtet.

2. Es hat eine (noch) größere Sensibilisierung beim gesamten Pzwei-Team stattgefunden: sowohl bei unseren eigenen Texten als auch bei „fremden“ Texten.

3. Geschlechtsneutral formulieren geht besser als gedacht.

4. Wir setzen uns für eine geschlechtergerechte Sprache ein, es muss aber noch Sinn ergeben; die Lesbarkeit im Text darf nicht gefährdet sein. Einmal ist nämlich auch Schluss (der Versuch durchgängig zu gendern hat den Chef an die (Sprach)-Grenze gebracht).

5. Pressetexte, bei denen es um Produkte geht, machen es uns einfacher zu gendern, als Texte mit menschlichen ProtagonistInnen.

6. Bei Kundengesprächen und der Konzeption von Kampagnen drängt sich das Thema auf.

Wir haben uns innerhalb des Teams somit auf ein klares Grundprogramm geeinigt:

Pzwei-Manifest

  • Die Kundin ist Königin, der Kunde ist König: Wer den Text gegendert möchte, kriegt das auf Bestellung sehr gerne. Bei den meisten Institutionen und öffentlichen Einrichtungen ist dies ohnehin fixer Bestandteil in der Kommunikation.
  • Wir halten uns an die Regeln: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat hier eine klare Stellungnahme abgegeben: Die Binnengroßschreibung ist nicht so allgemein gebräuchlich, dass das Binnen-I ins Rechtschreibregelwerk aufgenommen werden müsste.
  • Wenn wir freie Hand haben, dann darf jede Texterin und jeder Texter ihren/seinen Stil dazu einbringen.
  • Wir bringen bei den Kundengesprächen die Gender-Frage aktiv mit ein: etwa bei der Kommunikation der Arbeitgebermarke.

Diese Verlautbarung ist nicht in Stein gemeißelt aber eine gute Richtschnur. Wir werden weiter diskutieren, sind für andere Sichtweisen immer dankbar und äußern uns wieder zu diesem Thema, wenn wir Neues zu berichten haben.

© Duden