Symphonieorchester Vorarlberg

Drittes Abo-Konzert setzt Vorarlberg-Schwerpunkt

Kom­po­nist Bleyle, Solist Turku und Diri­gent Korsten mit Ver­bin­dungen in die Region

Bre­genz, 20. November 2019 – Gérard Korsten, Ehren­di­ri­gent des Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg, kehrt für das dritte Abo-Konzert in Feld­kirch (30.11.) und Bre­genz (1.12.) an seine alten Wir­kungs­stätten zurück. Als Solist tritt Rudens Turku auf. Er unter­richtet am Vor­arl­berger Lan­des­kon­ser­va­to­rium Vio­line. Neben Werken von Max Bruch und Peter I. Tschai­kowsky erklingt der „Fla­gel­lan­tenzug“ des in Feld­kirch gebo­renen Karl Bleyle.

Starke Bezüge zu Vor­arl­berg sind der rote Faden der beiden Abende. Das gilt bei­spiels­weise für den ehe­ma­ligen Chef­di­ri­genten. „Gérard Korsten hat bis zu seinem Rück­tritt im Sommer 2018 das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg wesent­lich geprägt. Umso mehr freuen wir uns, dass er sein Ver­spre­chen hält, jede Saison wei­terhin ein Abokon­zert zu bestreiten“, sagt Sebas­tian Hazod, Geschäfts­führer des Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg (SOV). Gleich­zeitig sei es bei diesem Abo-Konzert gelungen, mit Vor­arl­berg einen the­ma­ti­schen Schwer­punkt zu setzen. Dafür sorgen zudem der Solist Rudens Turku sowie der Kom­po­nist Karl Bleyle.

Welt­bürger
Gérard Korsten war SOV-Chefdirigent von 2005 bis 2018. Der Süd­afri­kaner hatte seine Lauf­bahn als Geiger begonnen. 1987 wurde er Kon­zert­meister des Chamber Orchestra of Europe und arbei­tete eng mit Diri­genten wie Claudio Abbado, Niko­laus Har­non­court und Heinz Hol­liger zusammen. Seither kon­zen­triert er sich auf das Diri­gieren und ist zu Gast bei Opern­häu­sern und Orches­tern auf der ganzen Welt. Er war musi­ka­li­scher Leiter der London Mozart Players, des South African State Theatre in Pre­toria und des Upp­sala Chamber Orchestra. Heute lebt er mit seiner Frau, der ita­lie­ni­schen Sopra­nistin Eva Mei, in Zürich und Arezzo.

Weih­nachts­klas­siker nicht nur für Bal­lett­freunde
Korsten leitet eine Pro­duk­tion, die weniger bekannte Werke mit Ohr­wür­mern zusam­men­bringt. Zu dieser Kate­gorie zählen die „Nussknacker“-Suiten. „Ich kann beim besten Willen nicht begreifen, wie mit dem Wort ‚Bal­lett­musik‘ irgend­etwas ‚Nega­tives‘ ver­bunden sein soll!“, wird Peter Ilitsch Tschai­kowsky zitiert. Der rus­si­sche Kom­po­nist (1840 – 1893) musste es wissen. „Der Nuss­kna­cker“ aus seiner Feder, ein Jahr vor seinem Tod in Sankt Peters­burg urauf­ge­führt, ist eines seiner berühm­testen Stücke und nicht nur Klas­sik­ex­perten geläufig. Auf die Idee zu diesem Stück hatte ihn sein Bruder Modest mit einem eigenen Thea­ter­stück gebracht.

Seele der Musik
Vor Tschai­kowski erklingt im Montfort- und im Fest­spiel­haus Max Bruchs (1838 – 1920) Kon­zert für Vio­line und Orchester, Nr. 1 g‑Moll op. 26. Vier Jahre harter Arbeit inves­tierte Bruch. Er befürch­tete, dieser Auf­gabe nicht gewachsen zu sein und ließ den­noch nicht locker. Warum aus­ge­rechnet ein Kon­zert für Geige? „Weil die Geige die Melodie besser singen kann als das Kla­vier, und die Melodie ist die Seele der Musik“, for­mu­lierte Bruch. Die Mühe lohnte sich, das Kon­zert wurde ein großer Erfolg. Mit roman­ti­scher Aus­drucks­kraft inter­pre­tiert Rudens Turku dieses Werk. Der alba­ni­sche Geiger tritt in inter­na­tional bedeu­tenden Sälen auf: Die Wig­more Hall London und CAMI Hall New York sind nur zwei Bei­spiele. Als Solist und Kam­mer­mu­siker spielt er mit renom­mierten Part­nern wie Alban Ger­hard, Qua­tuor Ebène oder den Münchner Sym­pho­ni­kern. Neben seinen welt­weiten Meis­ter­kursen unter­richtet er an der Acca­demia Perosi in Biella (Ita­lien) sowie – nicht zuletzt – am Lan­des­kon­ser­va­to­rium in Feld­kirch.

Ver­bun­den­heit zur Geburts­stadt
Nach Feld­kirch führt eine wei­tere Spur des Kon­zert­abends. In der zweit­größten Stadt Vor­arl­bergs begann Karl Bleyle (1880 – 1969) seine musi­ka­li­sche Aus­bil­dung, bevor er im Alter von neun Jahren nach Stutt­gart zog. Dort baute sein Vater Wil­helm die Firma Bleyle zu einem der größten deut­schen Her­steller von Strick- und Wirk­waren auf. Beson­ders bekannt waren die Matro­sen­an­züge für Bur­schen.

Karl stu­dierte nach dem Mili­tär­dienst Musik in Mün­chen und machte schnell auf sich auf­merksam. Bereits 1905 wurde seine erste Sym­phonie in Stutt­gart urauf­ge­führt. Zwei Jahre später ent­stand die sym­pho­ni­sche Dich­tung „Fla­gel­lan­tenzug“, die sich mit einer umstrit­tenen christ­li­chen Sekte des 13. Jahr­hun­derts beschäf­tigt. Nach wei­teren Sta­tionen in Graz, Weimar und Veldes/Bled im heu­tigen Slo­we­nien kehrte er nach Stutt­gart zurück, wo er vor fünfzig Jahren starb. Seine Geburts­stadt Feld­kirch spielte wei­terhin eine Rolle für ihn – die öster­rei­chi­sche Staats­bür­ger­schaft behielt er.

Info: www.sov.at

Mit der Bitte um Auf­nahme in den Ter­min­ka­lender:

Symphonieorchester Vorarlberg
Abo-Konzert 3 

Samstag, 30. November 2019, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 1. Dezember 2019, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten: Dirigent
Rudens Turku: Violine

Karl Bleyle: „Flagellantenzug“ op. 9 – Sinfonische Dichtung
Max Bruch: Konzert für Violine und Orchester, Nr. 1 g-Moll op. 26
Peter I. Tschaikowsky: Auszüge aus den „Nussknacker“-Suiten, 1 op. 71a und 2 op. 71b

 

Karten:
Freier Kartenverkauf bei Bregenz Tourismus (0043/5574/4959), Montforthaus Feldkirch (0043/5522/73467), in allen Vorverkaufsstellen von v-ticket (events-vorarlberg.at) und allen Filialen der Volksbank Vorarlberg, direkt beim Symphonieorchester Vorarlberg (0043/5574/43447 | office@sov.at) oder bequem aufs Handy über die Ticket Gretchen App.

Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Ö1 Clubmitglieder und Menschen mit Behinderung.
Ticket Gretchen unter 27: 11 Euro ab 72 Stunden vor Konzertbeginn für alle unter 27 Jahren.

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redak­tionen:
Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg, Sebas­tian Hazod, Telefon 0043/5574/43447, Mail sebastian.hazod@sov.at 
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Thorsten Bayer, Telefon 0043/699/81223482, Mail thorsten.bayer@pzwei.at