Pzwei. Blog.
Nicht das Grüne vom Himmel versprechen
Geschrieben von: Pzwei. Daniela Kaulfus
Veröffentlicht: 03.09.2026
Ab dem 27. September gilt die EU-Regelung „Empowering Consumers for the Green Transition“, kurz EmpCo. Wer Endkundinnen und -kunden Nachhaltigkeit verspricht, muss nun Belege liefern. Sonst drohen hohe Strafen. Zumindest auf EU-Ebene. Denn Österreich geht in der Umsetzung des Gesetzes seinen eigenen Weg und ahndet Grün-Schwurbelei zivilrechtlich: Zunächst sollen Abmahnungen genügen, im Streitfall droht auch hierzulande mehr.
Beleg liefern
Dennoch gilt auch weiterhin: „Tue Gutes und sprich darüber“. Denn wer wirklich nachhaltig, umweltfreundlich, grün oder ökologisch herstellt, anbietet und handelt, kann dies auch belegen. Einzige Änderung: Künftig ist der Nachweis Pflicht!
EmpCo betrifft alle Branchen, grundsätzlich aber Unternehmen, die Konsumentinnen und Konsumenten direkt ansprechen. Für große Produzenten und Handelsriesen vermutlich ein praktisches Tool, um Mitbewerbern ans Bein zu pinkeln. Wir werden sehen.
In der B2B-Kommunikation kommen Betriebe allerdings auch nicht ungeschoren davon, wenn sie das Grüne vom Himmel versprechen. Ob Bauunternehmen, Hersteller von Kunststoffverpackungen, Photovoltaik-Anbieter, Automobilzulieferer, Tourismus-Organisation, Umweltinitiative oder Agentur: Kommunikationskanäle sind durchlässig, und positive Eigenschaften eines Produkts oder Angebots, einer Technologie oder Handlung sollen schließlich auch jene erreichen, die sie kaufen und nutzen.
Alle Kanäle
Sämtliche Kommunikationsmittel müssen den EmpCo-Check bestehen – gedruckte und digitale Texte, auch Bilder, Claims, Logos und Label. Alle Inhalte, die in Verwendung, sichtbar oder irgendwo noch auffindbar sind.
Auch Prognosen wie „klimaneutral bis zum Jahr XY“ sind haarig. Wie dies gelingen soll, bedarf genauso einer glaubwürdigen Darstellung, wie wenn ein Unternehmen behauptet, fair oder sozial nachhaltig zu agieren. Es geht um Nachhaltigkeit in allen Dimensionen.
Offizielle Label
Vermeintliche Vorteile – das EU-Amtsblatt nennt glutenfreies Wasser als (völlig irres) Beispiel – werden als Irreführung ausgelegt. Und sind ebenso verboten wie windige Produktvergleiche oder Nachhaltigkeitslabel, die nicht staatlich geprüft sind oder auf einem transparenten Zertifizierungsprozess beruhen.
CO2-Kompensationsgeschäfte dürfen nicht herangezogen werden, umweltfreundlich darzustellen: Dies muss aus eigener Kraft – innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette – erreicht werden. Die Projekte dürfen und sollen natürlich weiterhin unterstützt werden.
Besonders sympathisch und sinnvoll: Sollbruchstellen, also der absichtlich begrenzten Lebensdauer von Produkten, soll das Gesetz endgültig einen Riegel vorschieben. Eine Waschmaschine, ein Mobiltelefon auf Lebenszeit – ohnehin überfällig.
EmpCo birgt Chancen
Klar, EmpCo macht Arbeit; birgt aber auch Chancen. Unternehmen, die glaubwürdig und nachvollziehbar ihr Engagement kommunizieren, Belege dafür liefern und Pauschalaussagen meiden, können punkten. Das war natürlich vor dem 27. September 2026 schon so. Ab dann ist es ein Muss.
Unsere Aufgabe bleibt dieselbe wie bisher: neugierig sein und Fragen stellen, nachhaken und Konkretes herausfiltern, Prozesse hinterfragen und Zahlen einfordern, Daten und Fakten prüfen. Zum Wohl unserer Kundinnen und Kunden. Nicht, dass wir den ersten Stein werfen dürften. Wir reißen uns selbst am Riemen.
Beispiele im Sheet.
Ab dem 27. September gilt die EU-Regelung „Empowering Consumers for the Green Transition“, kurz EmpCo. Wer Endkundinnen und -kunden Nachhaltigkeit verspricht, muss nun Belege liefern. Sonst drohen hohe Strafen. Zumindest auf EU-Ebene. Denn Österreich geht in der Umsetzung des Gesetzes seinen eigenen Weg und ahndet Grün-Schwurbelei zivilrechtlich: Zunächst sollen Abmahnungen genügen, im Streitfall droht auch hierzulande mehr.
Beleg liefern
Dennoch gilt auch weiterhin: „Tue Gutes und sprich darüber“. Denn wer wirklich nachhaltig, umweltfreundlich, grün oder ökologisch herstellt, anbietet und handelt, kann dies auch belegen. Einzige Änderung: Künftig ist der Nachweis Pflicht!
EmpCo betrifft alle Branchen, grundsätzlich aber Unternehmen, die Konsumentinnen und Konsumenten direkt ansprechen. Für große Produzenten und Handelsriesen vermutlich ein praktisches Tool, um Mitbewerbern ans Bein zu pinkeln. Wir werden sehen.
In der B2B-Kommunikation kommen Betriebe allerdings auch nicht ungeschoren davon, wenn sie das Grüne vom Himmel versprechen. Ob Bauunternehmen, Hersteller von Kunststoffverpackungen, Photovoltaik-Anbieter, Automobilzulieferer, Tourismus-Organisation, Umweltinitiative oder Agentur: Kommunikationskanäle sind durchlässig, und positive Eigenschaften eines Produkts oder Angebots, einer Technologie oder Handlung sollen schließlich auch jene erreichen, die sie kaufen und nutzen.
Alle Kanäle
Sämtliche Kommunikationsmittel müssen den EmpCo-Check bestehen – gedruckte und digitale Texte, auch Bilder, Claims, Logos und Label. Alle Inhalte, die in Verwendung, sichtbar oder irgendwo noch auffindbar sind.
Auch Prognosen wie „klimaneutral bis zum Jahr XY“ sind haarig. Wie dies gelingen soll, bedarf genauso einer glaubwürdigen Darstellung, wie wenn ein Unternehmen behauptet, fair oder sozial nachhaltig zu agieren. Es geht um Nachhaltigkeit in allen Dimensionen.
Offizielle Label
Vermeintliche Vorteile – das EU-Amtsblatt nennt glutenfreies Wasser als (völlig irres) Beispiel – werden als Irreführung ausgelegt. Und sind ebenso verboten wie windige Produktvergleiche oder Nachhaltigkeitslabel, die nicht staatlich geprüft sind oder auf einem transparenten Zertifizierungsprozess beruhen.
CO2-Kompensationsgeschäfte dürfen nicht herangezogen werden, umweltfreundlich darzustellen: Dies muss aus eigener Kraft – innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette – erreicht werden. Die Projekte dürfen und sollen natürlich weiterhin unterstützt werden.
Besonders sympathisch und sinnvoll: Sollbruchstellen, also der absichtlich begrenzten Lebensdauer von Produkten, soll das Gesetz endgültig einen Riegel vorschieben. Eine Waschmaschine, ein Mobiltelefon auf Lebenszeit – ohnehin überfällig.
EmpCo birgt Chancen
Klar, EmpCo macht Arbeit; birgt aber auch Chancen. Unternehmen, die glaubwürdig und nachvollziehbar ihr Engagement kommunizieren, Belege dafür liefern und Pauschalaussagen meiden, können punkten. Das war natürlich vor dem 27. September 2026 schon so. Ab dann ist es ein Muss.
Unsere Aufgabe bleibt dieselbe wie bisher: neugierig sein und Fragen stellen, nachhaken und Konkretes herausfiltern, Prozesse hinterfragen und Zahlen einfordern, Daten und Fakten prüfen. Zum Wohl unserer Kundinnen und Kunden. Nicht, dass wir den ersten Stein werfen dürften. Wir reißen uns selbst am Riemen.
Beispiele im Sheet.


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