Internationale Bodensee Hochschule

Erster Krea­tiv­wirt­schafts­be­richt Bodensee: Jeder Zehnte arbeitet in Krea­tiv­be­rufen

Soft­ware und Wer­bung als wich­tigste Bran­chen – Vor­arl­berg knapp unter dem Durch­schnitt

Bregenz/Zürich/Konstanz, 9. April 2019 – Jeder zehnte Erwerbs­tä­tige ist im Bereich der Crea­tive Eco­no­mies beschäf­tigt. Das zeigt der erste Krea­tiv­wirt­schafts­be­richt für die Boden­see­re­gion, den die Zür­cher Hoch­schule der Künste und die Hoch­schule Kon­stanz Technik, Wirt­schaft und Gestal­tung gemeinsam mit der Inter­na­tio­nalen Bodensee‐Hochschule prä­sen­tiert haben. Vor­arl­berg liegt mit einem Anteil von 8,3 Pro­zent nur knapp dar­unter. Die Stu­di­en­au­torInnen schlagen die Stär­kung von Koope­ra­tionen zwi­schen Krea­tiv­wirt­schaft und Hoch­schulen vor, um das Poten­tial des Wirt­schafts­zweiges zu nützen.

458.000 Per­sonen (Stand 2015) arbeiten in der Boden­see­re­gion in der Crea­tive Eco­nomy. Das ent­spricht 9,6 Pro­zent aller Erwerbs­tä­tigen. Auch in Vor­arl­berg ist die Krea­tiv­wirt­schaft mit einem Anteil von 8,3 Pro­zent der Beschäf­tigten – ins­ge­samt 16.000 Per­sonen – von großer Bedeu­tung. Das zeigt der erste Krea­tiv­wirt­schafts­be­richt für den Boden­see­raum. Er wurde gemeinsam von der Zür­cher Hoch­schule der Künste (ZHdK) und der Kon­stanzer Hoch­schule Technik, Wirt­schaft und Gestal­tung (HTWG) erstellt und von der Inter­na­tio­nalen Bodensee‐Hochschule (IBH) geför­dert.

Erfasst wurden für den Krea­tiv­wirt­schafts­be­richt sowohl die Erwerbs­tä­tigen in Krea­tiv­be­trieben, bei­spiels­weise einer Wer­be­agentur, als auch die Erwerbs­tä­tigen in krea­tiven Berufen außer­halb des Krea­tiv­sek­tors, also etwa ein Gra­fiker in der Finanz­branche. Spit­zen­reiter nach Regionen ist Zürich mit einem Anteil von 16,8 Pro­zent der Beschäf­tigten, die in der Crea­tive Eco­nomy arbeiten. Hinter der Ost­schweiz (10,1 %) und Vor­arl­berg (8,3 %) folgen die deut­schen Regie­rungs­be­zirke Tübingen, Frei­burg und Schwaben mit einem Beschäf­ti­gungs­an­teil von 7,8 bis 7,2 Pro­zent.

Wich­tigster Teil­markt der Krea­tiv­wirt­schaft in der Boden­see­re­gion ist die Soft­ware­indus­trie mit einem Anteil von 41,2 Pro­zent der Beschäf­tigten vor der Wer­be­wirt­schaft (23,5 %), Buch‐ und Pres­se­ver­lagen (14,3 %) und der Design­wirt­schaft (13,8 %). In Vor­arl­berg ist die Wer­be­wirt­schaft mit 35,2 Pro­zent der Beschäf­tigten deut­lich über­re­prä­sen­tiert. Sie ist hier die stärkste Krea­tiv­branche vor der Soft­ware­indus­trie (33,4 %) und der Design­wirt­schaft (13,5 %).

Inves­ti­tionen schaffen Wirt­schafts­wachstum
Die Stu­di­en­au­torInnen zeigen auf, dass der Bran­chen­kom­plex bis­lang kaum als eigener Wirt­schafts­faktor betrachtet worden ist. „Die Krea­tiv­wirt­schaft ist zwei­fels­ohne ein wich­tiger Inno­va­ti­ons­treiber für die gesamte Boden­see­re­gion“, ist der Leiter der Geschäfts­stelle der Inter­na­tio­nalen Bodensee‐Hochschule, Prof. Dr. Markus Rhom­berg über­zeugt. „Inves­ti­tionen in die Krea­tiv­wirt­schaft ver­stärken die Dynamik der Wirt­schafts­ent­wick­lung.“

Der Bericht zeigt, wie ver­woben die Krea­tiv­wirt­schaft mit anderen Bran­chen in der Boden­see­re­gion ist“, betont Dr. Frank Speier, Vor­sit­zender der Kom­mis­sion Wirt­schaft der Inter­na­tio­nalen Bodensee Kon­fe­renz. Er hält einen „regel­mä­ßigen Dialog zwi­schen Wirt­schaft, den Bil­dungs­ver­ant­wort­li­chen in der Region und der Krea­tiv­wirt­schaft für not­wendig, damit die Politik die Rah­men­be­din­gungen für diesen boo­menden Sektor noch besser gestalten kann“. Der Krea­tiv­wirt­schafts­be­richt sei gleich­zeitig ein Start für diesen wich­tigen Aus­tausch.

Infor­ma­tion
Schiller, Janine (Hg.) (2019): Krea­tiv­wirt­schaft Boden­see­re­gion. Wert­schöp­fung zwi­schen Kultur, Wirt­schaft und Tech­no­logie. Zürich: Zür­cher Hoch­schule der Künste.

Der Bericht ist als Down­load sowie als Print­ver­sion erhält­lich. Er ist über die Web­sites www.creativeeconomies.com und www.bodenseehochschule.org zum Down­load ver­fügbar.

 

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