Sammlung Hans Bäumler

„Grüne Kuh und Zie­gen­bock. Das große Tier-ABC“ in der Samm­lung Hans Bäumler

Pri­vat­mu­seum bietet neue Per­spek­tiven auf die Wiener Moderne und Wacker-Premiere

Hohenems, 25. Sep­tember 2026 – Tie­ri­sche Inspi­ra­tion für neue Aus­drucks­formen ab 1900: Die Samm­lung Hans Bäumler eröffnet heute die Aus­stel­lung „Grüne Kuh und Zie­gen­bock“. Das von Pro­fessor Tobias G. Natter kura­tierte Tier-ABC zeigt von „Affe“ bis „Zie­gen­bock“ rund 75 Werke. Die Schau ver­bindet Expo­nate aus der Samm­lung wie die „Grüne Kuh“ von Franz Marc mit hoch­ka­rä­tigen Leih­gaben. Öffent­liche Pre­miere feiert ein wie­der­ent­decktes Werk des Vor­arl­berger Künst­lers Rudolf Wacker. Der Schwer­punkt auf fast ver­ges­sene Künst­le­rinnen der Wiener Moderne wird durch die Koope­ra­tion mit dem MAK Wien unterstrichen. 

Die „Grüne Kuh“ von Franz Marc zählt zu den Haupt­werken der Samm­lung Hans Bäumler. Das Gemälde ist Sinn­bild für die beiden Lei­den­schaften des Grün­ders: Natur und Kunst. Nun dient es als Aus­gangs­punkt einer Reise durch ein Tier-ABC der anderen Art. Die am 25. Sep­tember eröff­nete Son­der­aus­stel­lung „Grüne Kuh und Zie­gen­bock. Das große Tier-ABC“ zeigt rund 75 Werke aus der Zeit von 1900 bis 1930. Sie bietet sel­tene Ein­blicke in den Schaf­fens­kreis der Wiener Moderne und bisher Unge­se­henes wie „Pup­pen­ge­sell­schaft mit gelbem Hund“ von Rudolf Wacker.

„Die grüne Kuh steht für einen grund­le­genden Wandel des Sehens. Sie mar­kiert den Auf­bruch einer Gene­ra­tion von Künst­le­rinnen und Künst­lern, die um 1900 nach neuen Aus­drucks­formen sucht und die Welt nicht nur dar­stellen, son­dern neu erfassen will“, erklärt Kurator Tobias G. Natter. Mit neuen Per­spek­tiven und (Wieder-)Entdeckungen knüpft das Pri­vat­mu­seum an den Vor­jah­res­er­folg „Gustav Klimt und Vor­arl­berg“ an.

Rund 75 Werke von 46 Künst­le­rinnen und Künst­lern zeugen von der schöp­fe­ri­schen Frei­heit und Expe­ri­men­tier­freude der Moderne. Berühmte Namen wie Emil Nolde, Henri de Toulouse-Lautrec, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka oder Alfred Kubin stehen neben bei­nahe ver­ges­senen Künst­le­rinnen wie Nora Exner, Mat­hilde Flögl, Ditha Mauthner-Markhof, Marie von Ucha­tius, Fanny Zakucka und Lotte Calm. Mehr­fach ver­treten ist Tier­maler Ludwig Hein­rich Jung­ni­ckel mit Farb-Holzschnitten und der par­odis­ti­schen Dar­stel­lung „Rau­chender Ziegenbock“.

Pre­miere für „Pup­pen­ge­sell­schaft mit gelbem Hund“ von Rudolf Wacker
Der Vor­arl­berger Rudolf Wacker (1893–1939) zählt zu den her­aus­ra­gendsten Künst­lern der Neuen Sach­lich­keit in Öster­reich. Neben Por­träts und Land­schaften ist er für seine Still­leben bekannt. Wäh­rend Pup­pen­bilder als Mar­ken­zei­chen seines Schaf­fens gelten, sind Tier­mo­tive selten, wie Tobias G. Natter erklärt. Das in der Son­der­aus­stel­lung erst­mals der Öffent­lich­keit prä­sen­tierte Gemälde „Pup­pen­ge­sell­schaft mit gelbem Hund“ von 1924 ver­eint beide Themen.

„Diese Wie­der­ent­de­ckung erwei­tert das Spek­trum von Wackers Motiv­welt und zeigt ein­drucks­voll, warum Wacker zu den wich­tigsten öster­rei­chi­schen Künst­lern seiner Zeit gehört“, so Natter. Für den Kunst­his­to­riker ist das Gemälde im Pri­vat­be­sitz ein Schlüs­sel­werk und die Pre­miere in der Samm­lung Hans Bäumler eine „echte Sensation“.

Koope­ra­tion mit dem MAK Wien
„Grüne Kuh und Zie­gen­bock. Das große Tier-ABC“ wan­dert 2027 weiter ins MAK – Museum für ange­wandte Kunst. Sie ist von 17. Februar bis 19. Sep­tember in Wien zu sehen. Viele Leih­gaben, die dieses Jahr in Hohenems zu sehen sind, stammen aus dem Fundus der renom­mierten Insti­tu­tion. Die Part­ner­schaft stärkt die wich­tige Ver­bin­dung zwi­schen Wien und Vor­arl­berg, betont MAK-Generaldirektorin Lilli Hol­lein. „Grüne Kuh und Zie­gen­bock“ ist für sie ein Gewinn: „Unter­haltsam, berüh­rend, mus­ter­haft oder son­derbar und abgründig – es sind Ent­de­ckungen, die diese Aus­stel­lung bereit­halten. Sie wird dem Publikum da wie dort bestimmt große Freude machen.“

Info: www.sammlung-hans-baeumler.at

 

Über die Sammlung Hans Bäumler
Die Sammlung Hans Bäumler zeigt über 100 Werke der Spätromantik und klassischen Moderne aus dem Besitz des ehemaligen Textilfabrikanten. Seit der Gründung 2019 öffnet das Privatmuseum im Bäumler Park in Hohenems Gemälde von Künstlern wie Spitzweg, Waldmüller, Monet, Renoir, Gauguin, Liebermann, Marc, Pechstein und Picasso für ein breites Publikum. Sonderausstellungen mit Bezug zur Sammlung und Region unterstreichen die Bedeutung des Privatmuseums.

 

Factbox: „Grüne Kuh und Ziegenbock. Das große Tier-ABC“
Sammlung Hans Bäumler, Hohenems
26. September 2026 bis 6. Jänner 2027
Freitag: 11–18 Uhr, Führung um 16 Uhr, Samstag: 11–17 Uhr, Sonntag: 12–16 Uhr
Tickets: 12 Euro (Erwachsene), 6 Euro (Jugendliche von 12-19 Jahre)

 

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redaktion:
Samm­lung Hans Bäumler, Stefan Jielg, +43/676/3778002, sj@sammlung-hans-baeumler.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Joshua Köb, +43/664/9682626, joshua.koeb@pzwei.at