Pzwei. Blog.

Im Osten nichts Neues?

„PR und Medien – wo die Reise hingeht“, unter diesem Titel lud die PROL (Public Relations Gesellschaft Ostschweiz/Liechtenstein) Mitglieder und Interessierte im Juni in die Räumlichkeiten des St. Galler Tagblatts.

Pzwei war dabei und hat Einblicke in die Gedanken- und Arbeitswelt der Schweizer Nachbarn erhalten. Christine Bolt, stellvertretende Leiterin des St. Galler Tagblatts und Chefredakteur Stefan Schmid führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Herzstück der Zeitung, den neu gestalteten Newsroom. Dem optischen Eindruck folgte ein Einblick, vor welchen Herausforderungen das Tagblatt steht und wie die Schweizer Regionalzeitung diese mit unterschiedlichen Produkten und Lösungen angeht.

Es ist längst kein Geheimnis mehr – die Medienbranche hat ihre Probleme, ob in Österreich oder der Schweiz:

  • sinkende Auflagen
  • Rückgänge bei Inseraten
  • eine überalterte Printleserschaft
  • die herrschende Gratiskultur im Netz
Chefredakteur des St. Galler Tagblatts, Stefan Schmid im neuen Newsroom. Copyright: Urs Bucher

Die Analyse von Christine Bolt: „So, wie es war, wird’s nicht mehr. Inserate sind nicht länger die Antwort. Das meiste Geld wandert zu Google & Co. Neue Ideen und Ansätze sind gefragt“.

Die Chancen sehen Bolt und Schmid im hohen Online-Medienkonsum, der regionalen Einzigartigkeit des Tagblatts und der Nähe zum User. Mit neuer Website, News-App, einer Paid-Content-Strategie und einem Joint-Venture mit der AZ Medien AG Aarau versucht das St. Galler Tagblatt, sich in der Krise zu behaupten, neue Wege zu beschreiten und Antworten zu finden.

„Guter Journalismus ist sowohl im Print- als auch im Onlinebereich die Grundvoraussetzung“, so das Plädoyer von Chefredakteur Stefan Schmid. Er setzt dabei mit seinen fast 150 Journalistinnen und Journalisten auf Regionalität und Lokalität. Der Zoom auf die kleinen, aber gut recherchierten Geschichten von Profis, die die Region gut kennen und die Leserschaft im Blick haben.

Was heißt das für die PR-Arbeit?
Die Maxime der PR-Arbeit bleiben hüben wie drüben bestehen, ob digital oder crossmedial, ob Print oder Online: Gut aufbereitete Geschichten, die Neues und Hintergründiges für die Leserschaft bieten, sorgfältig analysiert und recherchiert, mit Sprachwitz und Sprachspiel, sind nach wie vor der Maßstab bei der Medienproduktion und für PR-Schaffende.

Natürlich können wir die Veränderungen, die Digitalisierung mit sich bringt nicht ignorieren. Wir alle rasen auf dieser Welle nur so dahin. Unser Medienverhalten hat sich radikal verändert. Trotzdem und gerade deswegen: Qualität bleibt Qualität!