Klimakampagne Vorarlberg

Kli­ma­kam­pagne Vor­arl­berg ortet „Neues Normal“ beim Klimaschutz

Netz­werk sieht aber ins­be­son­dere bei Infra­struk­tur­pro­jekten „Politik in der Verantwortung“

Bre­genz, 23. Jänner 2026 – Der Kli­ma­schutz rückt in der öffent­li­chen Dis­kus­sion in den Hin­ter­grund. Für die „Kli­ma­kam­pagne Vor­arl­berg“ erklärbar: Viele Maß­nahmen seien mitt­ler­weile selbst­ver­ständ­lich. Aller­dings mangle es an vor­aus­schau­ender Pla­nung. Eine Ein­schät­zung, die auch Werner Kogler, Keynote-Speaker beim Neu­jahrs­emp­fang des Netz­werks, teilt und Bilanz seiner Regie­rungs­zeit zog.

Strom erzeugen mit PV-Anlagen, E‑Autos fahren, Heizen mit Wär­me­pumpen. Kli­ma­t­aug­liche Tech­no­lo­gien sind mitten in der Gesell­schaft ange­kommen und werden zuneh­mend zum ‚neuen Normal‘. Auch in der Indus­trie nimmt die Dekar­bo­ni­sie­rung Fahrt auf“, freut sich KlimaVOR!-Obmann Christof Drexel. Genau wie über 40 andere Orga­ni­sa­tionen ist sein Verein im Netz­werk Kli­ma­kam­pagne Vor­arl­berg zusam­men­ge­schlossen. „Die Initia­tiven gehen von den Mit­glie­dern aus. Im Netz­werk finden wir schnell Gleich­ge­sinnte zur Unter­stüt­zung“, so Drexel.

Chancen, Krisen und Kompromisse
Zum dies­jäh­rigen Neu­jahrs­emp­fang lud das Netz­werk am Don­ners­tag­abend Ex-Vizekanzler Werner Kogler ins vor­arl­berg museum ein. Der stell­ver­tre­tende Klub­chef der Grünen bilan­zierte die Regie­rungs­be­tei­li­gung seiner Partei und gab Ein­blicke in Erfolge und Miss­erfolge bei der Kli­ma­po­litik. „2019 bestand die Chance, Umwelt und Wirt­schaft unter einen Hut zu bringen“, beschrieb der Ex-Vizekanzler den Wechsel von der außer­par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­tion in die Regie­rungs­ver­ant­wor­tung. Es folgten 2020 die Corona-Pandemie und 2022 der rus­si­sche Über­fall auf die Ukraine, die schnelles Han­deln und Kom­pro­misse erforderten.

Auf der kli­ma­po­li­ti­schen Haben­seite ver­buchte Kogler die Öko­lo­gi­sie­rung des Steu­er­sys­tems durch die CO2-Beprei­sung: „Öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­tion geht nur über Ein­griff in Preise und Kosten“, so Kogler. Wei­tere Erfolge: Das Bremsen beim Stra­ßenbau, das Kli­ma­ti­cket und der PV-Ausbau. Selbst­kri­tisch merkte er etwa an, dass Diesel- und Dienst­wa­gen­pri­vileg über­lebt hätten. Dafür wurde im Gegenzug das Ein­weg­pfand herausverhandelt.

Politik muss vor­aus­schauend agieren
Was die Lan­des­ebene anbe­langt, wünscht sich Christof Drexel ein Mit­ziehen der poli­ti­schen Entscheidungsträger:innen. „Jetzt unver­än­dert an teuren Infra­struk­tur­pro­jekten wie der S18 oder der Tun­nel­spinne fest­zu­halten, ist unver­ant­wort­lich – nicht nur kli­ma­po­li­tisch, son­dern weil die dadurch ver­schärfte Bud­get­si­tua­tion den sozialen Zusam­men­halt dra­ma­tisch gefährdet. In unserem Netz­werk sind zahl­reiche Fach­leute aus unter­schied­li­chen Dis­zi­plinen aktiv. Wir unter­stützen poli­ti­sche Ent­schei­de­rInnen gerne im kon­struk­tiven und ergeb­nis­of­fenen Dialog, gute Lösungen zu finden“, betont Drexel.

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Klimakampagne Vorarlberg
Die 2024 gegründete Klimakampagne Vorarlberg ist ein Netzwerk von gut 40 Organisationen und Initiativen, das sich für die Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft einsetzt.
www.klimakampagne.at

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redaktionen:
Kli­maVOR! für die Kli­ma­kam­pagne Vor­arl­berg, Christof Drexel, +43/664/2678488, c.drexel@klimavor.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Werner Sommer, +43/699/10254817, werner.sommer@pzwei.at