Bernd Oberdorfer / Kilian Sprau / Wolfgang Steger

Kom­po­nist Rudi Spring uner­wartet verstorben

Hono­rar­pro­fessor an der Musik­hoch­schule Mün­chen — hin­ter­lässt umfang­rei­ches musi­ka­li­sches Werk

Mün­chen, 1. Jänner 2026 – Der aus Lindau stam­mende, zuletzt in Mün­chen lebende Kom­po­nist, Pia­nist und Musik­päd­agoge Rudi Spring ist am 28. Dezember nach einem Herz­in­farkt im Alter von 63 Jahren ver­storben. Er hin­ter­lässt ein meh­rere hun­dert Werke umfas­sendes Oeuvre unter­schied­lichster Gat­tungen, unter anderem aus Chor­werken, Kam­mer­sym­pho­nien, Kunst­lie­dern, Chan­sons, Tangos und Pro­por­ti­ons­ka­nons. Spring war seit 1999 an der Münchner Hoch­schule für Musik und Theater tätig. Zum Ende seiner Jugend­jahre in Lindau prägte er auch die Grün­dungs­phase des Bre­genzer Kon­ser­va­to­riums mit.

Rudi Spring gehörte zu den inter­es­san­testen deut­schen Kom­po­nisten der Gegen­wart. Sein Schaffen umfasst meh­rere hun­dert Werke in großer musi­ka­li­scher Viel­falt und widmet sich den unter­schied­lichsten Gat­tungen. Die Beset­zungen rei­chen vom viel­köp­figen Orchester über ver­schie­denste For­ma­tionen der Kam­mer­musik bis zu solis­ti­schen Instru­men­tal­kom­po­si­tionen. Spring ließ sich von Volks­musik und Tango ebenso inspi­rieren wie von groß­for­ma­tigen Werken der geist­li­chen Musik.

Rudi Spring hat auf die großen Fragen der Musik­ge­schichte der ver­gan­genen 120 Jahre nach dem Ende der tonalen Epoche eigen­stän­dige und fas­zi­nie­rende Ant­worten gefunden“, sagt Wolf­gang Steger, Mit­her­aus­geber einer Bio­grafie und Werk­schau, die zu seinem 60. Geburtstag erschien. „Seine Musik braucht offene, auf­merk­same Hörer, um all ihren Facet­ten­reichtum zu erschließen, lässt sich aber gleich­zeitig sehr unmit­telbar erleben.“

Pia­nist Claus-Christian Schuster wür­digt in einem Nachruf Springs „intime Kenntnis der Geschichte des Lieds“ sowie sein Wirken an der Münchner Hoch­schule für Musik und Theater, wo er Lied­ge­stal­tung unter­rich­tete. „Die Sym­biose von Dich­tung und Musik im Lied war ihm von Anbe­ginn das kost­barste Phä­nomen abend­län­di­scher Kultur.“ Es habe „welt­weit wohl nur wenige Men­schen gegeben, die in der Geschichte des Lieds auch nur annä­hernd so innig zuhause waren wie er.“

Von Lindau und Bre­genz nach München

Spring wurde am 17. März 1962 in Lindau am Bodensee geboren. Er nahm schon im Alter von elf Jahren Unter­richt in Kla­vier, Ana­lyse und Kom­po­si­tion. Ab seinem 14. Lebens­jahr setzte er seine Aus­bil­dung im benach­barten Bre­genz (Vorarlberg/Österreich) fort. Dort prägte er mit anderen Stu­die­renden die Grün­dungs­phase des Bre­genzer Kon­ser­va­to­riums, das später im Vor­arl­berger Lan­des­kon­ser­va­to­rium inte­griert wurde. Vielen Kunst­schaf­fenden in Vor­arl­berg war er bis zuletzt eng verbunden.

Schon in Jugend­jahren arbei­tete Rudi Spring eng mit dem welt­be­kannten Cel­listen Hein­rich Schiff zusammen. Er kom­po­nierte zunächst Werke für ver­schie­denste Instru­men­tal­be­set­zungen, wid­mete unter anderem Vio­line, Flöte, Hack­brett, Viola und Akkor­deon gewich­tige Werke. In den 1990er-Jahren wandte er sich dann ver­stärkt auch der Vokal­musik zu, schrieb Kunst­lieder und kunst­volle Chan­sons auf Texte ver­schie­dener Dichter.

Der viel­sei­tige Künstler war seit 1999 mit einem Lehr­auf­trag an der Musik­hoch­schule Mün­chen tätig, seit 2020 als Hono­rar­pro­fessor. Von 2008 bis 2015 wirkte er par­allel dazu als Lehr­be­auf­tragter für Lied­ge­stal­tung am Leopold-Mozart-Zentrum in Augs­burg. Er war unter anderem Träger des Inter­na­tio­nalen Bodensee-Kulturpreises, des Kul­tur­preises der Stadt Lindau und des Feld­kir­cher Kul­tur­preises. Er lebte mit seiner Frau und zwei Söhnen als frei­schaf­fender Künstler in Mün­chen. Im Alter von 63 Jahren starb er am 28. Dezember plötz­lich und uner­wartet an den Folgen eines schweren Herzinfarkts.

 

Fact-Box:

Rudi Spring – Kom­po­nist, Pia­nist, Pädagoge

- geboren 17.3.1962 in Lindau
— ab 1971 Klavier- und Kom­po­si­ti­ons­un­ter­richt bei Alfred Kuppelmayer
— 1976 – 1980 Stu­dium am Kon­ser­va­to­rium Bre­genz, u.a. bei Hein­rich Schiff
— 1981 – 1986 Stu­dium Kom­po­si­tion und Kla­vier an der Musik­hoch­schule München
— ab 1987 Lehr­be­auf­tragter an der Hoch­schule Musik­hoch­schule Mün­chen, ab 1999 Lehr­auf­trag in Lied­ge­stal­tung, seit 2020 als Honorarprofessor
— Pia­nist in unter­schied­lichsten Formationen
— Ehrungen: Feld­kir­cher Kul­tur­preis, Baye­ri­scher Staat­li­cher För­der­preis für junge Künstler, Inter­na­tio­naler Boden­see­kul­tur­preis, Kul­tur­preis der Stadt Lindau

Bio­grafie und Werk­schau, Alitera-Verlag, Mün­chen, 2022
ISBN 978–3‑96233–326‑3

 

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