Bodensee Meeting

micelab:bodensee: „Ich & Wir“ – Balan­ceakt bei Ver­an­stal­tungen

Wie der Ein­zelne und die Gruppe von­ein­ander pro­fi­tieren, war Thema des micelab:experts V

Bregenz/Singen, 25. Oktober 2018 – Beim fünften „experts“, dem Lern­modul der Wei­ter­bil­dungs­platt­form für Ver­an­stalter micelab:bodensee, gingen die Teil­neh­me­rinnen und Teil­nehmer der Frage nach, wie Indi­vi­duum und Gruppe ihre Poten­ziale bei Kon­gressen ent­falten können. Das Gleich­ge­wicht zwi­schen Eigen­ver­ant­wor­tung und Füh­rung, Raum nehmen und geben ist dabei ent­schei­dend. Geschieht der Aus­tausch hier­ar­chie­frei, geht es noch besser. Eine Hal­tung, die auch bei der Wei­ter­ent­wick­lung des micelab:bodensee eine zen­trale Rolle spielt.

Wie gelingen leben­dige Ver­an­stal­tungen? Dieser Grund­frage widmet sich die Wei­ter­bil­dungs­platt­form micelab:bodensee, die sich an Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter der MICE‐Branche richtet. Beim fünften Lern­modul micelab:experts in der Stadt­halle Singen näherten sich die Exper­tinnen und Experten der Frage diesmal aus der Per­spek­tive des ein­zelnen Kon­gress­teil­neh­mers im Zusam­men­spiel mit der Gemein­schaft – dem „Ich & Wir“.

Wir erleben in Ver­an­stal­tungen immer wieder, dass die Balance zwi­schen ein­zelnen Teil­neh­mern und der Gruppe nicht stimmt. Manche sind so domi­nant, dass sie die Gruppe beherr­schen, andere gehen darin unter“, erklärt micelab‐Leadpartner und Direktor der Kon­gress­kultur Bre­genz, Ger­hard Stübe. Kura­torin Tina Gadow ergänzt: „Im Ide­al­fall bringt jeder Ein­zelne seine Kom­pe­tenzen in die Gruppe ein, leitet viel­leicht einen Work­shop oder mode­riert eine Ses­sion. Die Gruppe för­dert ihn wie­derum, genau das zu tun. Daraus ent­steht ein Mehr­wert für beide Seiten.“

Raum geben und nehmen
Was es dazu braucht, unter­suchten die vierzig Exper­tinnen und Experten aus dem Netz­werk rund um den Bodensee. Per Kopf­stand­me­thode wiesen sie nach, wie aus Ein­zelnen eine tem­po­räre Gemein­schaft werden kann. Dazu schlugen sie zunächst jene Zutaten vor, die den gegen­tei­ligen Effekt erzielen: also Hier­ar­chien ein­ziehen, Augen­höhe ver­lassen, anderen Raum nehmen. Stellten sie das wieder auf den Kopf, erkannten sie: Für berei­chernde Begeg­nungen braucht es Set­tings, die diese Dinge unter­binden und Ver­trauen schaffen.

Augen­höhe macht mutig
Dazu bei­getragen habe der gemein­same Abend vor dem micelab:experts, bestä­tigt Chloé‐Marie Seitz vom Boden­see­forum Kon­stanz. Als „Co‐Coach“ lei­tete sie sozio­me­tri­sche Auf­stel­lungen an. „Zuerst bin ich nervös gewesen. Aber da ich die anderen schon kannte, ent­schloss ich mich dazu und dachte, es ist ja für alle etwas Neues, vorne zu stehen. Da sind wir auf Augen­höhe.“ Bei den Auf­stel­lungen for­mierten sich alle nach Her­kunft oder Beruf und kamen dar­über ins Gespräch – was die Ver­trau­ens­basis unter­ein­ander noch­mals stärkte.

Ver­trau­ens­bil­dende Set­tings
Die Methode 6–1-1–1 ist eine wei­tere gemein­schafts­bil­dende Maß­nahme, die die Experten aus­pro­bierten. Set­ting: Vier Per­sonen, eine spricht sechs Minuten lang über ein aus­ge­wähltes Thema, die anderen hören zu. Danach geben die anderen nach­ein­ander je eine Minute lang posi­tives Feed­back. „Men­schen, die sich sonst im Hin­ter­grund halten, bekommen Raum ihre Erfah­rungen und Fragen ein­zu­bringen. Davon pro­fi­tiert die gesamte Gruppe“, erklärt Kurator Michael Gleich. Ein ähn­li­ches Prinzip ver­folgt die kol­le­giale Fall­be­ra­tung.

Quo vadis, micelab:bodensee
In diesem Grund­ge­danken wurde ein Open Space durch­ge­führt. Das Thema: micelab:bodensee. Die Platt­form wird noch bis Ende 2018 als Interreg‐V‐Projekt von der Euro­päi­schen Union und der Schweiz geför­dert, danach wird sie auf eigenen Beinen stehen. Die Experten beschäf­tigten sich intensiv mit der Frage, wie die gewach­sene Com­mu­nity um den Bodensee – auch zwi­schen den Lern­mo­dulen – dau­er­haft bestehen und sich wei­ter­ent­wi­ckeln kann.

Das Wir stärkt das Ich
Es kamen viele Ideen: nied­rig­schwel­lige Begeg­nungs­mög­lich­keiten wie Rund­reisen zu den Part­nern, Bot­schafter die die Hal­tung des micelab:bodensee auf Mit­ar­bei­ter­ebene reprä­sen­tieren und der Aus­tausch im vir­tu­ellen Raum zählen dazu. „Viel wich­tiger ist jedoch, den Grund­ge­danken des micelab:bodensee wei­ter­zu­tragen und die Hal­tung zu leben. Dazu herrscht in den Part­ner­un­ter­nehmen des mic­elab ein großes Bewusst­sein“, betont Kurator Michael Gleich.

Das teilt auch Sabine Neu­fang von der Insel Mainau. Die Pro­jekt­lei­terin lei­tete das Open Space an. „Jeder der prä­sen­tiert, gibt einen Ver­trau­ens­vor­schuss und streckt die Hand aus. Das geht nur, wenn die Gemein­schaft offen und ehr­lich ist und Zuver­sicht gibt, dass das Ver­trauen nicht miss­braucht wird. Durch diese Zuge­hö­rig­keit – das Wir – wird das Ich gestärkt. Das ist gelebte Begeg­nungs­kultur“, fasst sie zusammen und ergänzt: „Wenn wir es schaffen, dies unseren Kunden zu ver­mit­teln, finden sie hier am Bodensee eine Kon­gress­re­gion vor, die ein­zig­artig ist.“

 

Über micelab:bodensee
micelab:bodensee ist die erste interaktive Weiterbildungsplattform für Veranstalter im deutschsprachigen Raum. Sie wurde von den Netzwerken BodenseeMeeting und der kongress tanzt entwickelt und startete im Oktober 2016. micelab:bodensee umfasst drei Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Alle haben den erkundenden Charakter eines Labors.

Beim Modul micelab:explorer liegt der Fokus auf der Forschung mit Impulsgebern aus unterschiedlichen Disziplinen. Es ist als Ideenschmiede angelegt. micelab:experts richtet sich an die Praktiker der MICE-Branche, also an Mitarbeiter aller Gewerke in Veranstaltungshäusern, Eventagenturen, Kulturinstitutionen sowie Marketing- und Personalverantwortliche von Wirtschaftsbetrieben rund um den Bodensee. In der Publikation micelab:extract fließen die Forschungsergebnisse ein. Band I zum Thema „Angst und Vertrauen“ ist im Sommer 2017 erschienen. Band II „Eros & Vertrauen“ ist für Anfang 2019 geplant.

Die Veranstaltungsdramaturgin Tina Gadow und der Journalist Michael Gleich vom Netzwerk der kongress tanzt agieren als Kuratoren. Das micelab:bodensee wird unterstützt durch das Interreg V-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein mit Fördermitteln der Europäischen Union und der Schweiz.

Infos unter www.micelab-bodensee.com

 

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redak­tionen:
Boden­see­Mee­ting, Urs Treu­thardt, 0043/5574/43443–12, urs.treuthardt@bodensee-vorarlberg.com
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