Symphonieorchester Vorarlberg

Neuer Abozy­klus des Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg: Auf die Stille folgt ein Furioso

Erste Saison von Chef­di­ri­gent Leo McFall / Abschluss von Petrenkos Mahler-Zyklus

Bre­genz, 17. Juni 2020 – Sechs Abokon­zerte und ein Nach­trag, ein neuer Chef­di­ri­gent und zwei pro­mi­nente Rück­kehrer: Nach mona­te­langer Pause kehrt das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg mit einem furiosen Pro­gramm auf die große Bühne zurück. Der neue Chef­di­ri­gent Leo McFall leitet drei der sechs Abokon­zerte, dar­unter eine kon­zer­tante Auf­füh­rung der Oper „Herzog Blau­barts Burg“. Star­di­ri­gent Kirill Petrenko beendet im Oktober den großen Mahler-Zyklus. Auch Ehren­di­ri­gent Gérard Korsten steht wieder am Pult des Sym­pho­nie­or­chester Vorarlberg.

 „Ein magi­scher Kon­zert­abend mit einem Orchester in Höchst­form“, schwärmte eine Kri­ti­kerin über das erste Abokon­zert des Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg in diesem Jahr. Doch wenige Wochen später endete die Saison abrupt: Das fünfte Abokon­zert musste abge­sagt werden, das sechste immerhin konnte auf das kom­mende Jahr ver­schoben werden.

Nach Monaten der Pause folgt nun die Rück­kehr auf die Bühne: Im August gas­tiert das Orchester bei den Fest­tagen im Fest­spiel­haus. Im Sep­tember beginnt das erste Abo­pro­gramm, das der neue Chef­di­ri­gent Leo McFall gemeinsam mit Geschäfts­führer Sebas­tian Hazod pro­gram­miert hat. Die ersten beiden Kon­zerte werden dabei jeweils zweimal vor halbem Publikum in Bre­genz und Feld­kirch gespielt. Damit ist im Publikum der Sicher­heits­ab­stand gewährleistet.

Groß­zü­giges Publikum – hohe Auslastung
„Wir ver­danken es der Treue und Groß­zü­gig­keit unseres Publi­kums, dass das über­haupt mög­lich ist“, betonte Prä­si­dent Man­fred Schnetzer bei der Programm-Pressekonferenz. Nur ein kleiner Teil der Abon­nenten ließ sich nach der Absage den Kar­ten­preis zurück­er­statten. Schnetzer: „Das hat uns einer­seits ermög­licht, den Musi­ke­rinnen und Musi­kern wenigs­tens ein Abschlag­ho­norar zu bezahlen. Und ande­rer­seits hat es uns ein Polster ver­schafft, um den Mehr­auf­wand für die dop­pelten Auf­füh­rungen im Herbst zu stemmen.“

Zum Polster eben­falls bei­getragen haben die Publi­kums­er­folge der ver­gan­genen Jahre. 27.500 Besu­che­rinnen und Besu­cher sahen 2019 die 13 Pro­duk­tionen. Die Zahl der Abon­nenten stieg erst­mals in der Geschichte des Orches­ters auf über 2000, auch die Zahl der ver­kauften Ein­zel­karten erhöhte sich erneut. So stieg auch die Aus­las­tung der Abokon­zerte von 94,5 auf unglaub­liche 95,3 Pro­zent. „Neben den vielen per­sön­li­chen Rück­mel­dungen zeigen auch diese Zahlen, wie sehr das Publikum die Arbeit der Musiker schätzt“, freut sich Prä­si­dent Man­fred Schnetzer.

Kri­tisch sieht er den enormen wirt­schaft­li­chen Druck auf das Orchester. Der Anteil der Eigen­fi­nan­zie­rung liegt bei fast 63 Pro­zent. Mehr als eine Mil­lion Euro pro Jahr erwirt­schaftet das  Orchester selbst. Die Sub­ven­tionen von Bund und Land liegen im Ver­gleich bei nur 594.000 Euro.

Große Lite­ratur und neue Entdeckungen
Für den kom­menden Abozy­klus haben der neue Chef­di­ri­gent Leo McFall und Geschäfts­führer Sebas­tian Hazod große Werke der Orches­ter­li­te­ratur mit wenig gespielten Neu­ent­de­ckungen kom­bi­niert. Dieses Zusam­men­spiel ergebe eine „beson­dere, span­nende Dra­ma­turgie über die gesamte Saison“, ist Hazod über­zeugt. Bei McFalls erstem Kon­zert als Chef­di­ri­gent im November bei­spiels­weise folgt auf Mozarts bekanntes Kla­vier­kon­zert Nr. 24 ein Werk von Thomas Adès aus dem Jahr 2004.

McFall zeigte sich in einem State­ment „extrem glück­lich, dass es uns gelungen ist, ein so rei­ches und inspi­rie­rendes Pro­gramm zusam­men­zu­stellen“. Er konnte wegen der aktu­ellen Rei­se­be­schrän­kungen in Groß­bri­tan­nien nicht selbst bei der Pres­se­kon­fe­renz in Bre­genz anwe­send sein.

Petrenko voll­endet seinen Mahler-Zyklus
Bereits im Oktober wird Star­di­ri­gent Kirill Petrenko seinen Mahler-Zyklus abschließen, den er vor zwölf Jahren in Bre­genz begonnen hatte. „Der Höhe­punkt von Petrenkos phä­no­me­nalem Mahler-Zyklus mit der 9. Sym­phonie, die das Orchester zum ersten Mal spielt, wird ein High­light für viele Jahre“, sagt Leo McFall. Für Geschäfts­führer Sebas­tian Hazod ist es „ein beson­deres Zei­chen, dass wir uns diese Auf­füh­rung gerade nach dem Still­stand dieses Jahres zutrauen“.

McFall selbst wird in dieser Saison dreimal selbst am Pult stehen. Im Jänner diri­giert er einen wei­teren Höhe­punkt, die kon­zer­tante Auf­füh­rung von Béla Bar­tóks Oper „Herzog Blau­barts Burg“. In Feld­kirch und Bre­genz werden dabei zwei Welt­klas­se­sänger zu hören sein: Bariton Gábor Bretz sang die Rolle zuletzt unter anderem bei den Ber­liner Phil­har­mo­ni­kern unter Sir Simon Rattle. Mez­zo­so­pra­nistin Paula Mur­rihy ist regel­mäßig Gast an den wich­tigsten Opern­häu­sern der Welt.

Auch Ehren­di­ri­gent Gérard Korsten kehrt in dieser Saison nach Vor­arl­berg zurück. Er wird im April Werke von Beet­hoven, Britten und Mozart diri­gieren. Solisten sind Pieter Schoeman (Vio­line) und Xandi van Dijk (Viola).

Zweimal Bruckner
Ein span­nendes Zusam­men­treffen ergibt sich zum Ende der Saison. Beim letzten Abokon­zert am 8. und 9. Mai 2021 diri­giert Leo McFall Anton Bruck­ners 6. Sym­phonie. Eine Woche später wird das Abschluss­kon­zert aus der dies­jäh­rigen Abo­saison nach­ge­holt, das in diesem Früh­jahr hätte statt­finden sollen. Auch hier steht Bruckner auf dem Pro­gramm. Nicholas Milton diri­giert die 3. Sym­phonie des großen Oberösterreichers.

Das zufäl­lige Auf­ein­an­der­treffen dieser beiden Pro­gramme ergibt eine ganz eigene Span­nung“, ist Geschäfts­führer Sebas­tian Hazod über­zeugt. Gemeinsam mit Diri­gent Leo McFall will er dem Vor­arl­berger Publikum jedes Jahr eines der großen Werke von Bruckner anbieten. „Die 6. Sym­phonie liegt mir sehr am Herzen. Das ist eine wun­der­bare Art, unsere Bestands­auf­nahme von Bruck­ners Werk zu beginnen.“

Große Auf­tritte abseits des Abonnements
Zwei wich­tige Auf­tritte stehen für das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg in diesem Jahr auch abseits des Abon­ne­ments auf dem Pro­gramm: Im August spielt das Orchester unter Diri­gent Enrique Maz­zola bei den Fest­tagen im Fest­spiel­haus. Maz­zola hätte in diesem Jahr Rigo­letto auf der See­bühne diri­giert, auch Solistin Mèlissa Petit war für das Spiel auf dem See vorgesehen.

Zum Neu­jahrs­kon­zert am 1. Jänner 2021 spielt das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg erst­mals im Großen Fest­spiel­haus in Salz­burg. Die ehren­volle Ein­la­dung hat die Salz­burger Kul­tur­ver­ei­ni­gung aus­ge­spro­chen. Am Pult stehen wird dort Chef­di­ri­gent Leo McFall, Solist ist der aus Bre­genz stam­mende Cel­list Kian Sol­tani. Das Pro­gramm mit Werken von Ros­sini, Haydn und Beet­hoven wird einen Tag zuvor auch im Mont­fort­haus Feld­kirch zu hören sein.

Info: www.sov.at

 

State­ment Leo McFall, Chefdirigent

I am sorry not to be with you today, unfor­tu­n­a­tely during these times it was simply too com­pli­cated to make the return journey from London to Bregenz.

I am extre­mely happy that, tog­e­ther with Sebas­tian Hazod, we have been able to put tog­e­ther such a rich and inspi­ring season. The cul­mi­na­tion of Kirill Petrenko’s phe­no­menal Mahler cycle with his 9th Sym­phony being played by the orchestra for the first time, will surely be a high­light for many years to come.

In my first offi­cial con­cert as Chief Con­ductor, I wanted to offer an immediate con­trast to Mahler’s last com­pleted sym­phony by playing two First sym­pho­nies by Schu­bert and Pro­ko­fiev, com­bined in one con­cert. The con­trasts bet­ween these two works are evi­dent enough, but a won­derful, youthful fresh energy unites them.  I am delighted that this con­cert also fea­tures the music of Thomas Adés, one of the fore­most com­po­sers of our time, and one of Mozart’s mature mas­ter­pieces. I couldn’t ima­gine a more won­derful way to start.

I am greatly loo­king for­ward to con­duc­ting the first SOV per­for­mances of Bartok’s opera ‘Duke Bluebeard’s Castle’ and am espe­cially happy that we will be joined by two world class sin­gers. Gabor Bretz has sung the role many times, recently with the Ber­liner Phil­har­mo­niker and Simon Rattle. Paula Mur­rihy is a regular of all the major opera houses of the world, and I am thrilled they will join us. Fin­ding a sui­table com­pa­nion piece can be dif­fi­cult, but I think the ideal piece is Suk’s Pohadka. Both are love sto­ries, ancient tales and dra­matic stage works all at the same time.

Sebas­tian Hazod and I both wanted to fea­ture a major Bruckner work in each season. The 6th Sym­phony is very close to my heart and I think it is a won­derful way to start our Bruckner survey. As a com­plete con­trast to the Bruckner, we will open the pro­gramme with the biting, ele­giac viola con­certo of Wil­liam Walton.

I am thrilled that artists of the caliber of Kolya Bla­cher, Heinz Fer­lesch, Gérard Korsten, Chris­to­pher Park, Maxim Rysanov, Kian Sol­tani, Peter Schoeman and Xandi van Dijk will be joi­ning us this season. I am also extre­mely gra­teful to Sebas­tian Hazod for being able to re-schedule the 6th ABO con­cert from 19/20, can­celled due to coro­na­virus, and to our sub­scri­bers for showing us so much sup­port during the recent crisis.

 

Factbox
Symphonieorchester Vorarlberg
Abosaison 2020 | 21

Konzert 1
25. | 26. | 27. September 2020
Kolja Blacher
Barber · Haydn · Bernstein

 

Konzert 2
16. | 17. | 18. Oktober 2020
Kirill Petrenko
Mahler

 

Konzert 3
28. | 29. November 2020
Leo McFall · Christopher Park
Prokofjew · Mozart · Adès · Schubert

 

Konzert 4
16. | 17. Jänner 2021
Leo McFall · Paula Murrihy · Gábor Bretz
Suk · Bartók

 

Oper im Landestheater
Februar 2021
Heinz Ferlesch · Stefan Otteni
Händel · Jephtha

 

Konzert 5
10. | 11. April 2021
Gérard Korsten · Pieter Schoeman · Xandi van Dijk
Beethoven · Britten · Mozart

 

Konzert 6
8. | 9. Mai 2021
Leo McFall · Maxim Rysanov
Walton · Bruckner

 

Konzert 6 der Saison 19 | 20
15. | 16. Mai 2021
Nicholas Milton
Zimmermann · Bruckner

 

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Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg, Sebas­tian Hazod, Telefon 0043/5574/43447, Mail sebastian.hazod@sov.at
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