Symphonieorchester Vorarlberg

 

ACHTUNG — Update vom 4. März 2026:

Anstelle des erkrankten Chef­di­ri­genten Leo McFall leitet Azim Karimov die beiden Abo-5-Konzerte in Feld­kirch und Bre­genz. Der gebo­rene Este stu­dierte Oboe und Diri­gieren in Moskau. Seine Tätig­keit führte ihn bei­spiels­weise an die Opéra National de Lyon und das Fes­tival d’Aix-en-Provence. Seit der Spiel­zeit 2022/23 ist er als Diri­gent an der Baye­ri­schen Staats­oper tätig.

 

Ursprüng­liche Pres­se­aus­sendung vom 26. Februar 2026:

Oboist Andrey Godik zu Gast und Joseph Haydns „Wunder-Symphonie“

Dazu Werke von Pro­kofjew, Mar­tinů und von Einem / 5. Abo-Konzert des SOV am 7. und 8. März

Bre­genz, 26. Februar 2026 – Die Legende eines her­un­ter­kra­chenden Kron­leuch­ters bei einer Haydn-Symphonie, ein rus­si­sches Werk auf Haydns Spuren und ein bei Olym­pi­schen Spielen urauf­ge­führtes Kon­zert, inter­pre­tiert von Andrey Godik. Außerdem Gott­fried von Einems „Wand­lungen“ im Gedenken an Mozart: Das alles ist beim 5. Abo-Konzert des Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg am 7. (Feld­kirch) und 8. März (Bre­genz) zu erleben. Am Pult steht Chef­di­ri­gent Leo McFall.

Mit Wun­dern ist es so eine Sache. Haben sie sich (in dieser Form) zuge­tragen? Fakt ist: Bei der Urauf­füh­rung einer Sym­phonie von Joseph Haydn in London, wo der Öster­rei­cher damals als Super­star gefeiert wurde, krachte tat­säch­lich ein Kron­leuchter von der Decke. Da das Par­kett­pu­blikum seinem Idol nahe sein wollte, war es nach vorne zum Podium geströmt, sodass wie durch ein Wunder nie­mand zu Schaden kam. Fakt ist jedoch auch: Diese Szene ereig­nete sich nicht im Jahr 1791, bei der Urauf­füh­rung der Sym­phonie Nr. 96, son­dern Jahre später. Die Legende war den­noch geboren, das Werk trägt bis heute den Bei­namen „The Miracle“ (deutsch: „Das Wunder“).

Neu­in­ter­pre­ta­tionen
Haydn war eines der Vor­bilder von Sergei Pro­kofjew (1891–1953). Mit seiner Sym­phonie Nr. 1 „Clas­sique“ eröffnet das SOV die Kon­zert­abende. Mit dieser Bezeich­nung nahm der Russe direkt auf ihn Bezug: „Wenn Haydn heute noch lebte, dachte ich, würde er seine Art zu schreiben bei­be­halten und dabei einiges vom Neuen über­nehmen. In sol­cher Art wollte ich die Sym­phonie im klas­si­schen Stil kom­po­nieren“, sagte Pro­kofjew. Kurz vor seiner Über­sied­lung in die USA 1918 voll­endete er das packende vier­sät­zige Werk.

Von Gott­fried von Einem ist eine Hom­mage an Mozart zu hören: Seine „Wand­lungen“ op. 21 gehen auf die Arie des Papa­geno „Ein Mäd­chen oder Weib­chen“ aus der „Zau­ber­flöte“ zurück. Zwölf Kom­po­nisten waren 1956 für die Donau­eschinger Musik­tage für zeit­ge­nös­si­sche Ton­kunst gebeten worden, ein kurzes Stück über Aspekte dieser Arie zu schreiben. Von Einem war für die Ein­lei­tung  zuständig.

Weite und Natur als bestim­mende Motive bei Mar­tinů
Bohuslav Mar­tinů wurde 1890 geboren – nicht an irgend­einem Ort, son­dern in der Kammer eines 36 Meter hohen Kirch­turms in Polička. Dieses Erlebnis prägte den tsche­chi­schen Künstler, der von der „gren­zen­losen Weite, die sich immer zu meinen Füßen und bis zum Hori­zont hin erstreckte“, sprach. „Diese habe ich in meiner Musik immer aus­zu­drü­cken ver­sucht – die Weite und die Natur.“ Bereits als Drei­jäh­riger hatte er begonnen, Vio­line zu spielen. Das Obo­en­kon­zert wurde in einem unge­wöhn­li­chen Rahmen urauf­ge­führt: Das Sydney Sym­phony Orchestra spielte es bei den Olym­pi­schen Spielen in Mel­bourne im Jahr 1956.

Godiks Spiel als „Hauch aus einer anderen Welt“
Inter­pre­tiert wird es gemeinsam mit Andrey Godik – einem der füh­renden Obo­isten seiner Gene­ra­tion. Der gebür­tige Mos­kauer, Jahr­gang 1989, trat bereits mit meh­reren großen Klang­kör­pern auf. Zu Gast war er auch bei Fes­ti­vals wie dem Menuhin Fes­tival oder dem Salon de Pro­vence. Nach Posi­tionen bei der Komi­schen Oper Berlin und den Bam­berger Sym­pho­ni­kern ist er seit Sep­tember 2022 Solo-Oboist der Münchner Philharmoniker.

Michael Bas­tian Weiß schwärmte in der Münchner Abend­zei­tung: „Auf der Oboe einen hohen Ton im Pia­nis­simo, prak­tisch im Nichts, anzu­setzen und erst dann all­mäh­lich anschwellen zu lassen, ist ein Wagnis. Wer es ein­geht, kann einen gera­dezu unwirk­li­chen Effekt pro­du­zieren, eine Art Hauch aus einer anderen Welt. Andrey Godik (…) gelingt dieser Coup natürlich.“

Details zum Pro­gramm gibt es ab dem 27. Februar in der neuen Folge des Pod­casts „SOV zum Rein­hören“ auf www.sov.at und bei gän­gigen Streamingdiensten.

Factbox:
Symphonieorchester Vorarlberg
5.
Abo-Konzert 2025/26

Leo McFall: Chefdirigent
Andrey Godik: Oboe

Samstag, 7. März 2026, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 8. März 2026, 17.00 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Programm:
Sergei Prokofjew: Symphonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Classique“
Bohuslav Martinů: Konzert für Oboe H. 353
Gottfried von Einem: Wandlungen op. 21
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 96 D-Dur

Freier Kartenverkauf:
Bregenz Tourismus, +43/5574/4959
Feldkirch Tourismus, +43/5522/73467
in allen Vorverkaufsstellen von events-vorarlberg.at
in allen Filialen der Volksbank Vorarlberg
direkt beim SOV: +43/5574/43447, office@sov.at
bequem aufs Handy über die Ticket Gretchen App

Besucher:innen unter 30 sichern sich nach einmaliger Registrierung auf sov.at am Konzerttag U30-Tickets in allen Kategorien um nur 20 Euro.

Die Karten gelten als VVV-Freifahrtscheine.

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