Hansesun

PV-Expert:innen: Klima-Investitionsfreibetrag statt Photovoltaik-Förderung

Neues Modell for­ciert Ausbau erneu­er­barer Energie ohne zusätz­liche Budgetkosten

Wien/Röthis, 14. August 2026 — Eine ein­fache Lösung ohne Mehr­kosten fürs Budget schlagen Expert:innen aus der Photovoltaik-Branche vor: Ein Klima-Investitionsfreibetrag soll die zuletzt scharf kri­ti­sierte PV-Förderung ersetzen. Den Vor­schlag prä­sen­tierten sie diese Woche Energie-Staatssekretärin Eli­sa­beth Zehetner. Mit dem Inves­ti­ti­ons­frei­be­trag würde der Bau pri­vater Anlagen unter­stützt und der Bau neuer Anlagen ange­kur­belt. Die bestehenden För­der­mittel von rund 60 Mil­lionen Euro sollen in den Abbau jener 25.000 Anträge gehen, die der­zeit auf eine För­de­rung warten.

Ein finan­zi­eller Anreiz zum Bau neuer Photovoltaik-Anlagen, Bat­te­rie­spei­cher und Lade­sys­teme, Sicher­heit für die Kund:innen, Plan­bar­keit für die Branche und eine unbü­ro­kra­ti­sche Abwick­lung: Das sind die wich­tigsten Vor­teile des Vor­schlags, den Vertreter:innen der Photovoltaik-Branche bei einem Gespräch diese Woche an Energie-Staatssekretärin Eli­sa­beth Zehetner übergaben.

Initi­iert wurde das Treffen von Han­sesun Aus­tria, dem größten PV-Anbieter West­ös­ter­reichs. Eben­falls ver­treten waren der euro­pa­weit tätige PV-Großhändler Energy 3000 solar GmbH aus dem bur­gen­län­di­schen Mül­len­dorf, der Bun­des­ver­band Pho­to­vol­taic & Bat­tery Aus­tria und die Innung der Elektro‑, Gebäude‑, Alarm- und Kommunikationstechniker.

2500 Euro Steu­er­ersparnis für typi­sche Anlage
Kern des Vor­schlags: ein Klima-Investitionsfreibetrag mit fünf Jahren Lauf­zeit, der für die Hälfte der Inves­ti­ti­ons­kosten gel­tend gemacht werden kann. Er wäre ein Impuls für den Bau neuer Pho­to­vol­ta­ik­an­lagen, die Instal­la­tion von Bat­te­rie­spei­chern, Lade­sta­tionen und Ener­gie­ma­nage­ment­sys­temen. Auch wei­tere Maß­nahmen zum Kli­ma­schutz können in das Modell inte­griert werden, etwa die energetisch-thermische Sanie­rung oder Wärmepumpen.

Für eine typi­sche PV-Anlage mit Bat­te­rie­spei­cher und Inves­ti­tionen von 20.000 Euro brächte der Klima-Investitionsfreibetrag rund 2500 Euro Steu­er­ersparnis. Allein die Umsatzsteuer-Einnahmen für eine solche Anlage liegen bei 4000 Euro, dazu kommen Steu­er­ein­nahmen auf die Löhne und Gehälter der betei­ligten Unter­nehmen. Über den Bau zusätz­li­cher Anlagen würde sich das System kom­plett selbst finanzieren.

Nach dem ver­hee­renden letzten För­der­call ist das Geschäft kom­plett ein­ge­bro­chen. Viele Kun­dinnen und Kunden warten ab. Ein neuer Impuls ist für den Ausbau der Pho­to­vol­taik in Öster­reich drin­gend nötig, um die Kli­ma­ziele zu errei­chen“, ist der Initiator der Expert:innenrunde, Andreas Müller von Han­sesun Aus­tria über­zeugt. „Die Zahl an PV-Anlagen würde deut­lich erhöht. Das bringt auch dem Staat neue Ein­nahmen. Eine Win-Win-Situation für das Budget, die Unter­nehmen und die Kun­dinnen und Kunden.“

Bestehende För­der­an­träge abarbeiten
Das aktu­elle För­der­budget von 60 Mil­lionen Euro soll genützt werden, um die bestehende War­te­liste von 25.000 Anträgen abzu­bauen, for­derten die Vertreter:innen der PV-Branche. Einige Länder haben dafür eben­falls bereits Unter­stüt­zung signa­li­siert. „Die Kun­dinnen brau­chen Ver­läss­lich­keit für ihre geplanten oder bereits umge­setzten Anlagen. Würden sie leer aus­gehen, wäre das ein ver­hee­rendes Signal des Staates“, so Müller.

Zukünftig können aus diesem Bud­get­topf auch beson­ders inno­va­tive Pro­jekte geför­dert werden, etwa im Bereich Fassaden-Photovoltaik oder Lang­zeit­spei­cher auf Basis von grünem Wasserstoff.

Wei­tere Gespräche geplant
Energie-Staatssekretärin Eli­sa­beth Zehetner sagte wei­tere Gespräche mit der Branche zu den unter­schied­li­chen För­der­mo­dellen zu. Sie sollen in den kom­menden Wochen statt­finden. Ein Ergebnis soll noch vor dem kom­menden För­der­call im Oktober prä­sen­tiert werden. Da die Ent­schei­dungs­ho­heit für Steu­er­an­ge­le­gen­heiten im Finanz­mi­nis­te­rium liegt, lädt bis dahin die PV-Branche ihrer­seits Finanz­mi­nister Markus Mar­ter­bauer ein, die Vor­züge des Klima-Investitionsfreibetrag bei einem per­sön­li­chen Gespräch aus erster Hand zu erfahren.

 

Bei­spiel­rech­nung für den Klima-Investitionsfreibetrag

Typi­sche Pho­to­vol­ta­ik­an­lage inklu­sive Bat­te­rie­spei­cher im Privatbereich:

- Inves­ti­ti­ons­kosten für PV-Anlage und Spei­cher: 20.000 Euro
— davon 50 %: 10.000 Euro
— Klima-Investitionsfreibetrag pro Jahr bei Ver­tei­lung auf 5 Jahre: 2.000 Euro
— Steu­er­ersparnis: 500 Euro pro Jahr (bei einem durch­schnitt­li­chen Ein­kom­mens­steu­er­satz von 25 %)
— gesamte Steu­er­ersparnis über 5 Jahre: 2.500 Euro

 

Vertreter:innen beim Expertengespräch:
- Han­sesun Aus­tria GmbH, Röthis/Vorarlberg, größter PV-Anbieter Westösterreichs
— Energy 3000 solar GmbH, Mül­len­dorf, euro­pa­weit tätiger PV-Großhändler
— Bun­des­ver­band Pho­to­vol­taic & Bat­tery Austria
— Bun­des­in­nung der Elektro‑, Gebäude‑, Alarm- und Kommunikationstechniker

 

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redaktionen:
Han­sesun Aus­tria GmbH, Andreas Müller, +43/664/88685520, andreas.mueller@hansesun.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Wolf­gang Pendl, +43/699/10016399, wolfgang.pendl@pzwei.at