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Ver­trauen schaffen: In guten wie in schlechten Zeiten

Schlagzeilen Johannes Rauch fiktiv, KI-Generiert

Foto: ChatGPT

Authen­tisch und trans­pa­rent kom­mu­ni­zieren? Das würde man einem Spit­zen­po­li­tiker wahr­schein­lich nicht zuschreiben. Doch gerade das macht erfolg­reiche Kom­mu­ni­ka­tion aus, in der Politik genauso wie in Unter­nehmen. Teil 4 unserer Blog-Serie zu meinen Lehren aus dem Ministerium.

Johannes Rauchs ver­mut­lich stärkste Aus­sage zur Gesund­heits­re­form stand ganz am Anfang dieses Pro­jekts. In einem ZiB2-Interview im November 2022 for­mu­lierte er: “Viele sind geschei­tert, und die Wahr­schein­lich­keit zu schei­tern ist auch bei mir hoch. Doch ich würde es mir ewig vor­werfen, es nicht ver­sucht zu haben.”

 

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Der Satz war nicht geskriptet, er ent­stand spontan. Es war die (etwas kühne) Ankün­di­gung einer großen Gesund­heits­re­form und zugleich die kluge Steue­rung der Erwar­tungs­hal­tung. Der Satz stand am Beginn der Ver­hand­lungen, als der Aus­gang noch völlig unge­wiss war.

Ein Jahr später beschloss die Regie­rung die Gesund­heits­re­form: 10 Mil­li­arden Euro zusätz­lich für Gesund­heit und Pflege, eine Struk­tur­re­form in den Spi­tä­lern, Budget für zusätz­liche Kas­sen­stellen und ein­heit­liche Kas­sen­leis­tungen in ganz Österreich.

 

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Rauch spricht auch auch Dinge an, die nicht funk­tio­nieren. Er druckst nicht herum: "Ja, es gibt in Österreich eine Klassenmedizin." Als “Minister Ehr­lich” bezeichnet ihn die Krone nach solch einem Inter­view. Er gesteht auch ein, wenn ihm einmal ein Fehler passiert.

Ein Poli­tiker, der auf Fragen tat­säch­lich ant­wortet und nicht nur vor­ge­fer­tigte State­ments abson­dert. Einer, der Wor­dings seiner Kom­mu­ni­ka­ti­ons­leute ernst nimmt und die Ant­worten dann authen­tisch selbst for­mu­liert: Das ist der Ide­al­fall. Diese Art zu kom­mu­ni­zieren hat Rauch zwei Jahre lang zu einem der Minister mit den höchsten Ver­trau­ens­werten gemacht.

Doch wie geht das, authen­ti­sches und trans­pa­rentes Kom­mu­ni­zieren? Das Wich­tigste: Flos­keln raus, Klar­text rein. Sagen, was Sache ist. Dabei gilt:

Positiv for­mu­lieren: Unbe­dingt! Schön­reden: Niemals!

Wenn es gut läuft, ist das ein Kin­der­spiel. Her­aus­for­dernd wird’s, wenn schwie­rige Ent­schei­dungen anstehen: Ein Unter­nehmen, das Mitarbeiter:innen abbauen muss. Ein umstrit­tenes Bau­pro­jekt, gegen das die Anrainer:innen Sturm laufen. Ein Fehler in einem Pro­jekt. Da braucht es den Mut, sich hin­zu­stellen, zu erklären, ein­zu­ordnen. Es heißt: Emo­tionen ernst nehmen, Argu­mente dar­legen, Pro­bleme offen ansprechen.

In der Praxis erleben wir oft das Gegen­teil: Die Geschäfts­füh­rung will zum bevor­ste­henden Job­abbau nicht vor die Kameras treten. Mitarbeiter:innen erfahren aus den Medien von der geplanten Fir­men­fu­sion. In guten Jahren gibt es eine Bilanz-Pressekonferenz, in schlechten Jahren bes­ten­falls ein dürres Statement.

Trans­pa­renz ist im ersten Moment unbe­quem, schafft aber lang­fristig Ver­trauen. Mitarbeiter.innen, Kund:innen, Lieferant:innen wissen, woran sie sind. Kom­mu­ni­ka­tion schafft Ver­trauen. In guten wie in schlechten Zeiten!