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Wer liest was und wo?

Wie infor­mieren sich die Men­schen, wem ver­trauen sie, wo suchen sie fach­liche Tiefe, was pas­siert so nebenher und welche Rolle spielt die KI? Als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agentur wollen wir wissen, ob wir für unsere Kund:innen die Rich­tigen errei­chen und wie es weitergeht.

Junge Leute meiden Nach­richten“, lautet das Fazit des reprä­sen­ta­tiven Reuters Digital News Report 2026. Und noch ein Befund der in 48 Län­dern durch­ge­führten Studie beun­ru­higt: Social Media ist global gesehen erst­mals die domi­nante Nach­rich­ten­quelle. Gleich­zeitig ver­trauen die Men­schen den Platt­formen am wenigsten – ein Dilemma. Über­haupt sinkt das Ver­trauen in die Medien, und die Angst vor Fake News, Deepf­akes und AI Slop steigt.

Bei der Nut­zung bestä­tigten sich die Ver­mu­tungen: Welt­weit lesen nur noch 14 Pro­zent der Men­schen einmal in der Woche Nach­richten in der gedruckten Zei­tung, immerhin noch 27 Pro­zent auf deren Web­site. 40 Pro­zent infor­mieren sich übers Fern­sehen, 21 Pro­zent drehen das Radio auf. Knapp 11 Pro­zent hören Pod­casts, 10 Pro­zent befragen bereits die KI. Wie schaut die Lage im deutsch­spra­chigen Raum aus? Und was leiten wir für die Pres­se­ar­beit ab?

Öster­reich tickt anders
Die Landesstudie für Öster­reich zeichnet in vielen Punkten ein anderes Bild – und gibt Hoff­nung. Im Gegen­satz zum glo­balen Durch­schnitt setzte sich der Ver­trau­ens­ver­fall 2026 nicht fort. TV ist nach wie vor die bevor­zugte Nach­rich­ten­quelle. 51 Pro­zent der Bevöl­ke­rung infor­mieren sich min­des­tens einmal in der Woche übers Fern­sehen. Direkt dahinter folgt nicht Social Media (40 Pro­zent), son­dern das überaus beliebte Radio mit 42 Pro­zent. Stolze 31 Pro­zent der Men­schen lesen hin und wieder gedruckte Zei­tungen. Nachrichten-Webseiten werden öfter auf­ge­rufen (32 Pro­zent), nur 6 Pro­zent nutzen KI-Chatbots, Pod­casts sind für 10 Pro­zent rele­vant. Gedruckte Maga­zine (7 Pro­zent) und deren Web­site (14 Pro­zent) behaupten sich gut in der Nische.

Der Blick nach Deutschland offen­bart eine ähn­liche Situa­tion. Das Fern­sehen ist mit 59 Pro­zent noch stärker, Social Media mit 36 Pro­zent etwas schwä­cher, Radio mit 34 Pro­zent auf hohem Niveau und Print mit 17 Pro­zent deut­lich weniger prä­sent im Leben. Pod­casts spielen für 8 Pro­zent der Men­schen eine Rolle als Nach­rich­ten­quelle, die KI befragen erst 5 Pro­zent. Auch in Deutsch­land wird Social Media wich­tiger – vor allem für jün­gere Altersgruppen.

Was pas­siert auf Social Media?
Wie kon­su­mieren Men­schen auf Face­book, Insta­gram, TikTok, X und You­Tube Nach­richten und welche Platt­formen sind dafür am belieb­testen? 31 Pro­zent der Österreicher:innen infor­mieren sich min­des­tens einmal in der Woche über Face­book, bei You­Tube sind es 22 Pro­zent und bei Insta­gram 20 Pro­zent. Auch die Messenger-Dienste WhatsApp (19 Pro­zent) und Tele­gram (7 Pro­zent) dienen als Ein­stieg. TikTok (7 Pro­zent), X (6 Pro­zent) und Lin­kedIn (5 Pro­zent) folgen.

Die Platt­form verrät noch nichts über die Quellen. Erfreu­lich: Men­schen schenken tra­di­tio­nellen Nach­rich­ten­ka­nälen und Journalist:innen die meiste Beach­tung (42 bis 55 Pro­zent). Eta­blierte Medien kon­kur­rieren auf Social Media mit alter­na­tiven Nach­rich­ten­por­talen, Politiker:innen, Aktivist:innen, Promis, Influen­cern und gewöhn­li­chen Bürger:innen vom digi­talen Stammtisch.

Worauf stützen sich die Leser:innen?
Wenn es um seriöse Infor­ma­tionen geht, ver­trauen die meisten Men­schen wei­terhin klas­si­schen Qua­li­täts­marken. ORF, Der Stan­dard, Die Presse sowie Regional- und Lokal­zei­tungen ran­gieren beim Ver­trauen ganz oben, Bou­le­vard­titel am unteren Ende, dahinter folgen Influencer und KI-Chatbots. Das ist eine Chance für Qua­li­täts­me­dien und das beste Argu­ment für Pressearbeit.

Die öster­rei­chi­sche Arbeits­ge­mein­schaft Media-Analysen hat 2025 bei einer reprä­sen­ta­tiven Studie die Aufmerksamkeit bei der Mediennutzung abge­fragt. Das Ergebnis über­rascht nicht: Zei­tungen und Zeit­schriften – im Print und online – rezi­pieren die Men­schen deut­lich fokus­sierter als TV, Radio und Social Media. Der Akt des Lesens lässt weniger Ablen­kung zu als Endlos-Feeds und schon gar keine Hin­ter­grund­be­rie­se­lung. 71 Pro­zent widmen sich ganz bewusst der Zei­tung, wäh­rend Social Media nur 24 Pro­zent kon­zen­triert kon­su­mieren. Bei TV und Radio lockt oft das Smart­phone: 49 bzw. 40 Pro­zent beschäf­tigen sich par­allel mit ihrem Handy.

Was wir daraus lernen
Die Medi­en­nut­zung wan­delt sich kon­ti­nu­ier­lich, aber nicht grund­le­gend. Der deut­sche Reuters-Report resü­miert: „Das gat­tungs­be­zo­gene Nut­zungs­ver­halten ins­ge­samt hat sich sta­bi­li­siert.“ In die­selbe Kerbe schlägt die Mediendiskurstudie der Stadt Wien: „Die lang­fris­tigen Trends sind geprägt von einem Rück­gang der Medi­en­nut­zung der klas­si­schen For­mate […], wobei sich die Nut­zung in den letzten drei Jahren sehr stabil präsentiert.“

Was schon mehr­mals tot­ge­sagt wurde, gedeiht noch immer. Gerade in Öster­reich sind TV, Radio und Print wei­terhin fixe Größen und auch auf Social Media spielen eta­blierte Medien die Haupt­rolle als Quelle. Wer als Unter­nehmen öffent­lich bekannt und beliebt sein will, kommt an Pres­se­ar­beit nicht vorbei. Berichte bringen Reich­weite und unter­strei­chen die Glaub­wür­dig­keit. Gute Inhalte auf den eigenen Kanäle unter­stützen. Wir helfen auf allen Wegen mit offener Bera­tung, Text­kom­pe­tenz und Gespür für Geschichten weiter. Dabei stellen wir uns natür­lich auf die wach­sende Bedeu­tung von KI-Chatbots ein.