Kaplan Bonetti gemeinnützige GmbH

Kaplan Bonetti Sozi­al­werke: Kür­zung der Min­dest­si­che­rung ver­schärft Situa­tion

Sozi­al­un­ter­nehmen for­dert raschen Ausbau von leist­barem Wohn­raum
Dorn­birn, 20. Jänner 2017 – Das am Dienstag vor­ge­stellte neue Vor­arl­berger Modell für die Min­dest­si­che­rung bedeutet für von Woh­nungs­lo­sig­keit bedrohte Men­schen tiefe Ein­schnitte. Die Kaplan Bonetti Sozi­al­werke rechnen damit, dass es für Betrof­fene noch schwie­riger wird, eine Woh­nung zu finden. Sie for­dern eine Rück­nahme der geplanten Kür­zung bei den Wohn­kosten, bis es gelungen ist, aus­rei­chend leist­baren Wohn­raum für Ein­kom­mens­schwache zu schaffen.

Die Ein­schnitte bei der Min­dest­si­che­rung betrachtet die Geschäfts­füh­rerin der Kaplan Bonetti Sozi­al­werke Cor­nelia Matt mit großer Sorge. „Die Kür­zungen bei der Über­nahme der Wohn­kosten werden sich massiv auf unsere Bewohner im Kaplan Bonetti Haus und Kli­enten unserer ambu­lanten Bera­tungs­stelle aus­wirken.“ Die Wohn­kosten sind gede­ckelt. Die Mehr­kosten für den tat­säch­li­chen Miet­preis werden von den Lebens­kosten abge­zogen. „Unterm Strich bleiben Betrof­fenen deut­lich weniger für Lebens­mittel, Klei­dung, Schul­aus­gaben, Strom, Mobi­lität. 100 Euro mehr oder weniger im Monat können hier über ein men­schen­wür­diges Leben ent­scheiden.“

Gemein­nüt­zigen Wohnbau för­dern
„Der Druck auf Men­schen, die auf dem über­teu­erten Markt eine Woh­nung suchen müssen, wird durch die geplante Kür­zung erhöht“, ist Michael Häm­merle, Leiter der Kaplan Bonetti Bera­tungs­stelle, über­zeugt und for­dert, „den sozialen Wohnbau noch stärker aus­zu­bauen.“ Das Pro­jekt ‚Wohnen 500‘, die Ände­rung der Woh­nungs­ver­ga­be­richt­li­nien sowie die Erhö­hung des Bau­pro­gramms im gemein­nüt­zigen Wohnbau seien Schritte in die rich­tige Rich­tung. „Hier erwarten wir uns rasch wei­tere Maß­nahmen“, so Häm­merle.

Soziales Netz hängt tiefer
„Die geplanten Höchst­sätze ent­spre­chen in keiner Weise den aktu­ellen Markt­preisen“, betont er und nennt ein Bei­spiel: Eine Woh­nung für eine sechs­köp­fige Familie dürfte maximal 729 Euro kosten, wofür in Vor­arl­berg keine adäquate Unter­kunft ver­fügbar sei. Die Folge sei eine mas­sive Über­be­le­gung von Woh­nungen, was eine ver­steckte Woh­nungs­lo­sig­keit bedeute.

Michael Häm­merle befürchtet die Schaf­fung neuer Här­te­fälle. „Men­schen, die sich bisher kaum ein lebens­wertes Leben leisten konnten, haben jetzt noch weniger zur Ver­fü­gung. Tritt die Neu­re­ge­lung in Kraft, hängt das letzte soziale Auf­fang­netz deut­lich tiefer.“ Der Leiter der Bera­tungs­stelle glaubt daher nicht an eine tat­säch­liche Ein­spa­rung von öffent­li­chen Gel­dern. „Die Situa­tion wird sich weiter zuspitzen. Wir rechnen mit einem grö­ßeren Zulauf von Woh­nungs­su­chenden in den Bera­tungs­stellen sowie in der sta­tio­nären Woh­nungs­lo­sen­hilfe.“

Chance auf selbst­stän­diges Leben
Grund­sätz­lich begrüßen die Kaplan Bonetti Sozi­al­werke die Schaf­fung von Arbeits­an­reizen und Begleit­maß­nahmen, um Men­schen wieder in den Arbeits­markt zu bringen. Tat­sache sei aller­dings, dass die Mieten in den letzten Jahren stark gestiegen, die Ein­kommen im Nied­rig­lohn­be­reich jedoch infla­ti­ons­be­rei­nigt gesunken sind. Dieser Ent­wick­lung müsse eine ver­ant­wor­tungs­volle Sozial‐ und Wirt­schafts­po­litik gegen­steuern. Bei armuts­be­trof­fenen Men­schen ein­zu­sparen sei nicht die Lösung.

Infor­ma­tion: www.kaplanbonetti.at

 

Rück­fra­ge­hin­weis für Jour­na­listen:
Kaplan Bonetti gemein­nüt­zige GmbH, Cor­nelia Matt, Telefon 05572/23061–79, Mail cornelia.matt@kaplanbonetti.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Mag. Daniela Kaulfus, Telefon 0699/19259195, Mail daniela.kaulfus@pzwei.at