Soziale Unternehmen Vorarlberg

Soziale Unter­nehmen Vor­arl­berg for­dern Ausbau des zweiten Arbeits­marktes

Reform der Min­dest­si­che­rung macht nie­der­schwel­lige Job­an­ge­bote drin­gend not­wendig

Lus­tenau, 26. Jänner 2017 – Die Sozialen Unter­nehmen Vor­arl­berg helfen armuts­ge­fähr­deten Men­schen auf ihrem Weg zurück ins Erwerbs­leben und damit in soziale Sicher­heit. Ange­sichts der geplanten Sen­kung der Min­dest­si­che­rung for­dern sie eine lang­fris­tige und nach­hal­tige Arbeits­markt­stra­tegie für Betrof­fene und den Ausbau von nie­der­schwel­ligen Job­an­ge­boten.

Ange­sichts der geplanten Kür­zung der Min­dest­si­che­rung ist es wich­tiger als je zuvor, mehr in den zweiten Arbeits­markt zu inves­tieren“, betont Bene­dicte Häm­merle, Koor­di­na­torin der Sozialen Unter­nehmen Vor­arl­berg. „Men­schen, die sich ohnehin schon schwer tun, am Arbeits‐ und Gesell­schafts­leben teil­zu­nehmen, haben bald noch weniger zum Leben.“

Grund­sätz­lich seien Arbeits­an­reize zu begrüßen, den­noch ist der Ausbau von Tran­sit­ar­beits­plätzen am zweiten Arbeits­markt drin­gend erfor­der­lich, so die Ver­bands­spre­cherin. Arbeit und Bil­dung seien die wich­tigsten Aus­wege aus der Armuts­falle. „Men­schen, die die Min­dest­si­che­rung beziehen, wollen in der Regel auch arbeiten. Es gibt aber nicht genug pas­sende Jobs für sie.“

In Vor­arl­berg hat die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit in den ver­gan­genen Jahren kon­ti­nu­ier­lich zuge­nommen. Aktuell sind es zirka 3.000 Betrof­fene. Die fünf Ver­bands­mit­glieder carla, ein Pro­jekt der Caritas, Kaplan Bonetti Arbeits­pro­jekte, Aqua Mühle Vor­arl­berg, Integra und die Dorn­birner Jugend­werk­stätten bieten diesen Men­schen in geför­derten Arbeits­pro­jekten vor­über­ge­hende Arbeits­plätze an. Dar­unter sind viele Min­dest­si­che­rungs­be­zie­he­rInnen.

Inte­gra­tion in Erwerbs‐ und Gesell­schafts­leben
Ziel der Sozialen Unter­nehmen ist es, die Per­sonen am ersten Arbeits­markt zu inte­grieren. „Rea­lität ist aller­dings, dass es nicht alle schaffen, einer gere­gelten Arbeit nach­zu­gehen. Um ihnen den­noch  die Teil­nahme an der Gesell­schaft zu ermög­li­chen, braucht es zusätz­liche dau­er­haft geför­derte Arbeits­plätze“, ist Bene­dicte Häm­merle über­zeugt, denn „auch diese Men­schen brau­chen eine Chance auf eine exis­tenz­si­chernde und sinn­stif­tende Beschäf­ti­gung“.

Bil­dungs­an­ge­bote müssten eben­falls weiter aus­ge­baut werden, denn unzu­rei­chende Qua­li­fi­ka­tionen führen schnell ins beruf­liche Abseits. Über die Hälfte der lang­zeit­be­schäf­ti­gungs­losen Men­schen habe maximal einen Pflicht­schul­ab­schluss.

Die Her­aus­for­de­rungen am Arbeits­markt werden weiter zunehmen. Als Experten für arbeitsmarkt‐ und sozi­al­po­li­ti­sche Themen wollen die Sozialen Unter­nehmen pro­aktiv und inter­dis­zi­plinär wirk­same Beschäf­ti­gungs­mo­delle für alle aus­ar­beiten – gemeinsam mit Ver­tre­tern der Arbeits­markt­po­litik aus Wirt­schaft, Land Vor­arl­berg und Sozi­al­part­nern.

Arbeit för­dern statt Arbeits­lo­sig­keit ver­walten
„Die Min­dest­si­che­rung sichert das Not­wen­digste. Ebenso braucht es Maß­nahmen, die Abwärts­spi­rale der Min­dest­löhne zu stoppen. Das muss in einem Sozi­al­staat mög­lich sein“, ist Häm­merle über­zeugt. Sie spricht sich für mehr Inves­ti­tionen in geför­derte Arbeits­pro­jekte am zweiten Arbeits­markt und eine Umschich­tung von pas­siven Leis­tungen hin zu akti­vie­renden Arbeits‐ und Bil­dungs­pro­jekten aus.

Vor­arl­berg ist bekannt für Inno­va­ti­ons­stärke. Dieser Gedanke sollte sich auch im Non‐Profit Bereich wider­spie­geln. Wenn Vor­arl­berg seine Rolle als Wirtschafts‐ und Wohl­stands­motor wei­terhin sichern und aus­bauen möchte, muss dieser Sektor in einer Gesamt­stra­tegie mit­ge­dacht werden“, betont Häm­merle.

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