KlimaVOR!

Kli­ma­schutz beim Wohnbau: Stopp für Einfamilienhaus-Förderung und Fokus auf öko­lo­gi­sche Sanie­rung und Verdichtung

Klima-Hock des Ver­eins Kli­maVOR! wid­mete sich dem zukunfts­wei­senden Bauen und Wohnen

Dorn­birn, 28. März 2024 – Bauen und Wohnen ist mit Null- oder Plus­ener­gie­ge­bäuden schon heute kli­ma­scho­nend mög­lich. Trotz Wirt­schaft­lich­keit wird der Stand der Technik nur selten rea­li­siert. In Europa ent­fällt mehr als ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen auf die Errich­tung und den Betrieb von Gebäuden. Beim Klima-Hock von Kli­maVOR! regten Expert:innen wie Her­mann Kauf­mann und Dietmar Lenz Kor­rek­turen von För­der­po­litik und Bau­tech­nik­ver­ord­nung als Treiber für die Vor­arl­berger Ener­gie­au­to­nomie an. Sie for­dern einen suk­zes­siven Aus­stieg aus der Einfamilienhaus-Förderung, höhere öko­lo­gi­sche Min­dest­stan­dards und an öko­lo­gi­sche Kri­te­rien gebun­dene För­de­rungen für ver­dich­tetes Bauen, Sanie­rung, Umnut­zung und Nachverdichtung.

50 Pro­zent weniger CO2-Emis­sion, 50 Pro­zent erneu­er­bare Energie und 100 Pro­zent Strom aus erneu­er­baren Quellen bis 2030: Die Zwi­schen­ziele der Vor­arl­berger Ener­gie­au­to­nomie sind ohne ein mas­sives Umdenken im Gebäu­de­sektor uner­reichbar. Rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen ent­fällt allein auf die Errich­tung und Nut­zung von Gebäuden. Mit dem Aus von Öl- und Gas­hei­zungen ist es noch lange nicht getan. Lösungen liegen bereits auf dem Tisch: Emis­si­ons­arme Bau­stoffe, effi­zi­ente Gebäu­de­hüllen und erneu­er­bare Ener­gie­träger ermög­li­chen schon heute die wirt­schaft­lich ren­table Rea­li­sie­rung von Null- oder Plus­ener­gie­ge­bäuden. In Ver­bin­dung mit einer öko­lo­gisch ori­en­tierten und stark geför­derten Sanie­rung, Nach­ver­dich­tung, Bestand­nut­zung und ‑auf­wer­tung könnten Emis­sionen im Gebäu­de­sektor rasch und nach­haltig gesenkt werden.

Fal­sche För­der­an­reize, ver­al­tete Denk­muster und unge­nü­gende Min­dest­stan­dards in der Vor­arl­berger Bau­tech­nik­ver­ord­nung ver­hin­dern den Weg zur Ener­gie­au­to­nomie: Darin waren sich die Expert:innen beim jüngsten Klima-Hock des Ver­eins Kli­maVOR! in der Dorn­birner Moh­ren­brauerei einig. „Null- oder Plus­ener­gie­ge­bäude sind Stand der Technik, aber noch lange nicht Stan­dard. Wenn wir die Kli­ma­ziele wirk­lich ernst nehmen, muss sich das ändern. Denn davon pro­fi­tieren wir alle“, erklärte Archi­tekt Her­mann Kauf­mann. „Das Land Vor­arl­berg ist gefor­dert, lang­fristig kos­ten­op­ti­males Bauen als Min­dest­stan­dard in der Bau­tech­nik­ver­ord­nung zu verankern.“

Stopp für Einfamilienhaus-Förderungen im Neubau
Zement, Beton, Stahl und Glas: Die Bau­branche ver­ur­sacht vor allem beim Neubau hohe Emis­sionen. Dazu kommen Boden­ver­sie­ge­lung und Bau­ab­fall. Das Ver­hältnis ist beson­ders bei Ein­fa­mi­li­en­häu­sern pro­ble­ma­tisch. Neben der Hin­wen­dung zum Holzbau, emis­si­ons­armen Bau­stoffen und zir­ku­lären Bau­weisen braucht es ein zukunfts­wei­sendes För­der­wesen, so die Expert:innen. „Wir müssen radikal umdenken – im Sinne der Umwelt und der Leist­bar­keit. Die För­de­rung von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern ist auf­grund der Kosten mit den sozialen Ziel­set­zungen nicht mehr ver­einbar, daher sollten alle För­der­mittel in leist­bares Wohnen, also ver­dich­tetes Bauen, Sanie­rung, Umnut­zung und Nach­ver­dich­tung fließen – gekop­pelt an hohe öko­lo­gi­sche Stan­dards“, for­derte Kaufmann.

Zir­ku­läres Bauen für die Zukunft
„Es ist nicht damit getan, emis­si­onsarm zu bauen und alle ver­füg­baren Dach- und Wand­flä­chen für Pho­to­vol­taik zu nutzen. Gebäude müssen lang­le­biger, fle­xi­bler und vor allem zir­ku­lärer werden. Wir müssen Bau­stoffe und ‑teile künftig wie­der­ver­wenden oder ‑ver­werten. Da stehen wir ganz am Anfang. Die Trans­for­ma­tion gelingt nur, wenn wir im Kleinen beginnen“, ist Dietmar Lenz von AnBau – Agentur für nach­hal­tiges Bauen, über­zeugt. Die Dis­kus­si­ons­runde war sich einig: Das neue Bauen und Wohnen wird anders werden, aber sicher nicht schlechter.

Mehr Infos: www.klimavor.at

 

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redaktionen:
Kli­maVOR!, Christof Drexel, 0043/664/2678488, c.drexel@klimavor.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Joshua Köb, 0043/664/9682626, joshua.koeb@pzwei.at