Symphonieorchester Vorarlberg

Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg: Musik und Macht Thema beim Abokon­zert 6

Miss­brauchte und ver­femte Werke beim Abschieds­kon­zert von Chef­di­ri­gent Gérard Korsten

Bre­genz, 7. Mai 2018 — In Erin­ne­rung an die Ereig­nisse vor 80 Jahren widmet das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg das Abschluss­kon­zert der Saison 2017/18 dem Thema „Miss­braucht – Ver­femt“. Die Auf­füh­rungen am 26. Mai im Mont­fort­haus Feld­kirch und am 27. Mai im Fest­spiel­haus Bre­genz sind zugleich die Abschieds­kon­zerte von Gérard Korsten als Chef­di­ri­gent. Er legt seine Funk­tion nach drei­zehn Jahren nieder. Dem SOV bleibt er auch in Zukunft eng ver­bunden und wird als Gast­di­ri­gent mit dem Orchester arbeiten.

 Anläss­lich der 80. Wie­der­kehr des soge­nannten Anschlusses Öster­reichs an Nazi-Deutschland the­ma­ti­siert das Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg die Instru­men­ta­li­sie­rung von Musik durch den Faschismus. Zur Auf­füh­rung kommen mit Werken von Franz Liszt, Richard Wagner, Erich Wolf­gang Korn­gold und Paul Hin­de­mith je zwei miss­brauchte und zwei ver­femte Kom­po­si­tionen. Diri­gent an beiden Abenden und letzt­malig als SOV-Chefdirigent in einem Abo-Konzert am Pult ist Gérard Korsten. Als Solist steht der Geiger Ben­jamin Schmid auf der Bühne.

Musik soll auch Anlass zur kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ver­gan­gen­heit sein“, erklärt SOV-Geschäftsführer Thomas Heiß­bauer das Motto des Kon­zerts: „Auf dem Pro­gramm stehen für Pro­pa­gan­da­zwecke genutzte Stücke und solche, die als ent­artet galten oder nicht gespielt werden durften, weil sie von jüdi­schen Kom­po­nisten stammen.“

Ver­ein­nahmt und…
Am Beginn des Abends steht Franz Liszts sym­pho­ni­sche Dich­tung „Les Pré­ludes“ Das Haupt­thema seiner ful­mi­nanten Ton­dich­tung wurde im Zweiten Welt­krieg als Erken­nungs­me­lodie in den Wochen­schauen und im Rund­funk ver­wendet.

Richard Wagner waren Natio­na­lismus und Anti­se­mi­tismus kei­nes­wegs fremd, aber seine mit­rei­ßende Ouver­türe zu den „Meis­ter­sin­gern“ wurde von den Natio­nal­so­zia­listen regel­recht ver­ein­nahmt und bei den Reichs­par­tei­tagen in Nürn­berg auf­ge­führt.

…ver­femt
Die Musik von Erich Wolf­gang Korn­gold dagegen galt den Nazis nicht als „ent­artet“ im ästhe­ti­schen Sinn. Ihr Kom­po­nist gehörte aber zur „fal­schen Rasse“. Solist des Vio­lin­kon­zerts von Korn­gold ist der Salz­burger Ben­jamin Schmid. Der Künstler hat bereits mehr­fach erfolg­reich mit dem Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg zusam­men­ge­ar­beitet und gilt als inter­na­tional füh­render Inter­pret dieser melo­di­en­se­ligen Werke voller Klang­farben.

Im Finale kommt das Werk eines Kom­po­nisten zur Auf­füh­rung, der aus welt­an­schau­li­chen Gründen emi­grieren musste: Paul Hin­de­miths in den 1930er Jahren geschrie­bene Sym­phonie „Mathis der Maler“ wurde inspi­riert vom Leben von Mat­thias Grü­ne­wald und han­delt vom Ver­hältnis von Kunst und Macht.

 Abschieds­kon­zert
Das letzte Kon­zert der Saison ist zugleich das Abschieds­kon­zert von Gérard Korsten als Chef­di­ri­gent. Der gebür­tige Süd­afri­kaner lei­tete das SOV seit 2005 mit viel Enga­ge­ment und großem künst­le­ri­schen Ver­ständnis. „Mit seiner unbän­digen Energie und Per­sön­lich­keit hat er dem Orchester wich­tige künst­le­ri­sche Impulse gegeben“, betont Thomas Heiß­bauer. „Ich freue mich, dass Gérard Korsten dem Orchester nach dieser langen Zeit und über 170 Kon­zerten auch in Zukunft eng ver­bunden bleibt und bestimmt wieder in Vor­arl­berg zu sehen und zu hören sein wird“, sagt Heiß­bauer. Im Anschluss an die beiden Kon­zerte findet die offi­zi­elle Ver­ab­schie­dung von Gérard Korsten statt.

Info: www.sov.at

 

Mit der Bitte um Auf­nahme in den Ter­min­ka­lender:

Konzert 6

Samstag, 26. Mai 2018, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 27. Mai 2018, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Benjamin Schmid | Violine

„Missbraucht – Verfemt“

Franz Liszt: Les Préludes
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert op. 35 D-Dur
Richard Wagner: Ouvertüre „Die Meistersinger von Nürnberg“
Paul Hindemith: Symphonie „Mathis der Maler“

Karten:
Freier Kar­ten­ver­kauf bei Bre­genz Tou­rismus (0043/5574/4080), Feld­kirch Tou­rismus (0043/5522/73467), in allen Vor­ver­kaufs­stellen von v-ticket (www.v-ticket.at) und allen Filialen der Volks­bank Vor­arl­berg sowie direkt beim Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg (0043/5574/43447 | office@sov.at)

Ermä­ßi­gungen für Schüler, Stu­denten, Ö1 Club­mit­glieder und Men­schen mit Behin­de­rung
Ticket Gret­chen unter 27: 11 Euro ab 27 Stunden vor Kon­zert­be­ginn für alle unter 27 Jahren

Ticket Gret­chen App:
https://ticketgretchen.com/

 

 

Rück­fra­ge­hin­weis für die Redak­tionen:
Sym­pho­nie­or­chester Vor­arl­berg, Mag. Thomas Heiß­bauer, Telefon 0043/5574/43447,
Mail thomas.heissbauer@sov.at
Pzwei. Pres­se­ar­beit, Ariane Grabher, Telefon 0043/699/10604501, Mail ariane.grabher@pzwei.at